Zum Inhalt springen
Geschichte

Wienerklassik

Klassische Schule um Haydn, Mozart, Beethoven.

Was es bedeutet

Wiener Klassik bezeichnet die Musik um Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven, deren Wirken in Wien einen gemeinsamen Bezugspunkt hat. Der Begriff ist eine Zuschreibung des 19. Jahrhunderts und fasst eine Entwicklung zusammen, die tatsächlich vielfältiger war: Zahlreiche weitere Komponisten waren beteiligt, und die genannten drei unterscheiden sich untereinander erheblich. Zeitlich liegt die Epoche etwa zwischen 1770 und den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, mit fließenden Rändern.

Musikalische Verwendung

Musikalisch verbindet sich mit ihr die Ausbildung des Sonatensatzes und der darauf beruhenden Zyklen — Sinfonie, Sonate, Streichquartett, Konzert. Kennzeichnend sind klare periodische Gliederung, funktional geordnete Harmonik, thematische Arbeit, bei der kleine Motive verarbeitet und entwickelt werden, sowie Charakterkontraste innerhalb eines Satzes. Das Streichquartett gewinnt seinen Rang als anspruchsvollste Kammermusikgattung, und die Sinfonie wird zum gewichtigsten Orchesterwerk. Beethovens Spätwerk führt über die Voraussetzungen der Epoche hinaus, weshalb seine Zuordnung in der Forschung diskutiert wird. Zu ihren Hauptgattungen gehören Sinfonie, Streichquartett, Klaviersonate, Solokonzert und Oper.

Spielpraxis

Arbeite die periodische Gliederung heraus und achte auf Erweiterungen und Verkürzungen; daraus ergibt sich der Spannungsverlauf. Nimm Artikulationszeichen ernst, sie tragen in dieser Musik den Charakter. Beachte Wiederholungszeichen und entscheide bewusst. Halte den Klang schlank und beweglich; Fülle ist selten das Ziel. Prüfe bei älteren Ausgaben, welche Angaben von Herausgebern stammen, und ziehe eine Urtextausgabe heran.

der Begriff drei sehr verschiedene Komponisten zusammenfasst und zahlreiche weitere ausblendet: Er ist eine Ordnungshilfe des 19. Jahrhunderts und kein Befund. Verwende ihn entsprechend. Der Begriff ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Das Streichquartett gilt als ihre zentrale Gattung. Ziehe eine textkritische Ausgabe heran, um Herausgeberzusätze zu erkennen. Prüfe, ob das Werk Angaben zur Besetzungsstärke enthält, weil die Verhältnisse sonst leicht zugunsten der Streicher kippen. Prüfe zudem, ob eine textkritische Ausgabe vorliegt, weil ältere Drucke zahlreiche Zusätze enthalten.