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Instrument

Doppelflöte

Doppelpfeife mit zwei Spielröhren.

Was es bedeutet

Der Begriff Doppelflöte wird in zwei Bedeutungen gebraucht. Zum einen bezeichnet er Blasinstrumente mit zwei nebeneinanderliegenden Spielröhren, die gleichzeitig angeblasen werden; solche Doppelpfeifen sind aus der Antike und aus verschiedenen Volksmusiktraditionen bekannt und erlauben es, eine Melodie mit einem Bordunton oder mit einer zweiten Stimme zu verbinden. Zum anderen ist Doppelflöte ein Orgelregister: Dabei besitzt jede Pfeife zwei Labien, also zwei Aufschnitte, wodurch ein voller, runder und tragender Flötenklang entsteht.

Musikalische Verwendung

Bei den Doppelpfeifen liegt die musikalische Eigenart darin, dass ein einzelner Spieler mehrstimmig spielt — je nach Bauart als Melodie mit liegendem Bordun oder als zwei parallel geführte Stimmen. Das prägt die Melodik: Sie bewegt sich in einem Rahmen, der zum feststehenden Begleitton passt. Beim gleichnamigen Orgelregister geht es um Klangfülle: Die doppelte Labienzahl gibt der Pfeife mehr Grundton und weniger Schärfe, weshalb das Register gern für getragene Melodiestimmen verwendet wird. Beide Bedeutungen haben miteinander nichts zu tun außer dem Namen, der sich aus der doppelten Anlage erklärt.

Spielpraxis

Wer eine Doppelpfeife spielt, muss beide Röhren zugleich mit ausreichend Luft versorgen; der Luftbedarf ist entsprechend hoch, und die Ansprache reagiert empfindlich auf ungleichmäßigen Druck. Übe zunächst jede Röhre einzeln, sofern die Bauart das zulässt, und füge sie dann zusammen. Die Intonation zwischen den beiden Röhren ist der kritische Punkt und hängt stark von Temperatur und Feuchtigkeit ab. An der Orgel ist die Doppelflöte als Solostimme zu behandeln: Registriere sie mit einer schlanken Begleitung, damit ihr runder Klang nicht zugedeckt wird. Angaben zu Bauformen historischer Doppelpfeifen sind uneinheitlich überliefert.

Beachte außerdem bei Doppelpfeifen, dass sich beide Röhren gegenseitig beeinflussen: Wird die eine gegriffen, verändert sich auch die Ansprache der anderen. Übe deshalb in kleinen Schritten und mit ruhigem, gleichbleibendem Atemdruck. Beim gleichnamigen Orgelregister gilt: Es eignet sich gut als Solostimme für getragene Melodien, verlangt aber eine deutlich schwächere Begleitung, weil es grundtönig und wenig durchdringend klingt. Prüfe an jedem Instrument, wie kräftig das vorhandene Register tatsächlich ist, bevor du eine Registrierung festlegst.