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Form

Doppelkanon

Kontrapunktische Verbindung zweier gleichzeitig erklingender Kanons.

Was es bedeutet

Ein Doppelkanon verbindet zwei eigenständige Kanons, die gleichzeitig erklingen und zusammen einen mehrstimmigen, meist vierstimmigen Satz ergeben. Jeder der beiden Kanons besteht aus einem eigenen Thema, das von seinen Stimmen imitierend nachgeahmt wird; beide Kanonpaare sind so aufeinander abgestimmt, dass sie harmonisch zusammenpassen.

Musikalische Verwendung

Der Doppelkanon gehört zu den anspruchsvollsten Formen des strengen Kontrapunkts, da der Komponist gleich zwei kanonische Verläufe gleichzeitig kontrollieren und dazu noch harmonisch verträglich machen muss. Er findet sich vor allem in der kontrapunktischen Kunstmusik des Barock, etwa bei Johann Sebastian Bach, sowie in späteren kompositorischen Studien und Lehrwerken zum strengen Satz.

Abzugrenzen ist der Doppelkanon vom einfachen Kanon, bei dem nur eine Stimmfolge imitiert wird, sowie vom Doppelfugenthema, bei dem zwei Themen zwar gemeinsam auftreten, aber nicht zwingend nach dem strengen Prinzip der Kanonimitation geführt werden.

Spielpraxis

Höre beim Doppelkanon zunächst jedes der beiden Kanonpaare getrennt heraus, bevor du versuchst, das Zusammenspiel aller vier Stimmen zu verfolgen. Achte darauf, welche Stimme welchem der beiden Themen folgt, und markiere dir die Einsätze, damit du die doppelte Imitation beim Hören oder Musizieren nicht verlierst.