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Instrument

Drehleier

Saiteninstrument, dessen Saiten ein mit der Kurbel gedrehtes Rad anstreicht.

Was es bedeutet

Die Drehleier ist ein Saiteninstrument, bei dem ein mit einer Handkurbel gedrehtes, kolophoniertes Holzrad die Saiten wie ein endloser Bogen anstreicht. Über eine Tastenmechanik mit kleinen Holzstäbchen (Tangenten) verkürzt die spielende Hand die Melodiesaite und erzeugt so die Tonhöhen, während ein oder mehrere Bordunsaiten meist einen liegenden Grundton oder eine liegende Quinte beisteuern.

Musikalische Verwendung

Die Drehleier ist seit dem Mittelalter in Europa bekannt, zunächst als Instrument der Kirchenmusik unter dem Namen Organistrum, gespielt von zwei Personen, später verkleinert zu einem von einer einzigen Person spielbaren Instrument. Vom Spätmittelalter bis heute begleitet sie vor allem Volksmusik in Frankreich, Ungarn und weiteren europäischen Regionen, wo sie Tänze und Lieder mit ihrem charakteristischen Bordunklang unterstützt.

Abzugrenzen ist die Drehleier vom Dudelsack, der Bordun und Melodie ebenfalls gleichzeitig erklingen lässt, den Ton jedoch durch angeblasene Luft statt durch Saitenreibung erzeugt, sowie von der Drehorgel, die trotz ähnlichen Namens ein mechanisches Blasinstrument mit Pfeifen ist, keine Saiten besitzt und über eine Stiftwalze automatisch gespielt wird.

Spielpraxis

Achte beim Drehen der Kurbel auf ein möglichst gleichmäßiges Tempo, da Schwankungen sich direkt und deutlich hörbar auf die Tonhöhe und den Bordunklang auswirken. Übe zunächst das Kurbeln ohne Tastenspiel, um ein stabiles Grundtempo zu entwickeln, bevor du die Melodie mit der linken Hand über die Tangenten hinzufügst.