Duodezimole
Rhythmische Figur aus zwölf gleich langen Noten anstelle der regulär zu erwartenden Unterteilung einer Note.
Was es bedeutet
Eine Duodezimole ist eine unregelmäßige rhythmische Unterteilung, bei der zwölf gleich lange Noten anstelle der metrisch regulär zu erwartenden Anzahl von Noten gespielt werden. Meist ersetzt sie die reguläre Achtelunterteilung einer punktierten Note, die sonst in acht Teile zerfiele, oder verdoppelt eine Sextole zu zwölf Tönen.
Im Notenbild
Notiert wird die Duodezimole wie andere unregelmäßige Unterteilungen mit einer Klammer oder einem Balken über den zwölf Noten und der Ziffer 12 darüber, die anzeigt, dass zwölf statt der regulär zu erwartenden Anzahl von Noten in den betreffenden Zeitraum passen.
Musikalische Verwendung
Duodezimolen kommen vor allem in virtuoser Instrumentalmusik des 19. und 20. Jahrhunderts vor, wo sie schnelle, gleichmäßig durchlaufende Läufe oder Verzierungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg notieren, ohne die Notation durch viele kleinere Einzelwerte unübersichtlich zu machen. Häufig steht sie im Gegensatz zu einer parallel notierten, regulären Unterteilung einer anderen Stimme, wodurch ein rhythmisch gegenläufiger, polyrhythmischer Effekt entsteht.
Abzugrenzen ist die Duodezimole von der einfachen Sextole, die nur sechs statt zwölf Noten in denselben Zeitraum stellt, sowie von der Quintole, die fünf Noten umfasst. Alle diese unregelmäßigen Unterteilungen gehören zur selben Gruppe rhythmischer Figuren, unterscheiden sich aber in der Anzahl der Noten und damit im klanglichen Dichtegrad.
Spielpraxis
Übe eine Duodezimole zunächst, indem du sie gedanklich in kleinere, vertraute Gruppen zerlegst, etwa in vier Dreiergruppen oder drei Vierergruppen, statt alle zwölf Noten in einem Zug zu zählen. Achte besonders darauf, dass alle zwölf Noten wirklich gleich lang erklingen, da eine Duodezimole schnell unregelmäßig wirkt, wenn einzelne Noten unbewusst verlängert oder verkürzt werden.