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Theorie

Sextole

Sechs Noten im Wert von vier.

Was es bedeutet

Eine Sextole teilt einen Notenwert in sechs gleiche Teile, wo nach der geltenden Ordnung vier stünden. Sie verhält sich damit zur Vierteilung wie die Triole zur Zweiteilung — sechs Töne füllen den Raum von vier gleicher Schreibweise.

Im Notenbild

Über oder unter der Gruppe steht die Ziffer 6, meist mit Klammer oder Balken. Sechs als Sextole bezeichnete Sechzehntel füllen den Raum von vier gewöhnlichen Sechzehnteln, also einer Viertel. Im Notenbild ist zwischen zwei Gliederungen zu unterscheiden: Eine Sextole kann als zwei Dreiergruppen gemeint sein — dann ist sie im Grunde eine verdoppelte Triole — oder als drei Zweiergruppen, was eine andere Betonung ergibt. Die Balkung oder ergänzende Bögen geben häufig Auskunft; wo nicht, entscheidet der Zusammenhang.

Musikalische Verwendung

Sextolen erscheinen vor allem in fließenden Begleitfiguren und in Läufen, wo sie eine gleichmäßige, nicht zu stark gegliederte Bewegung erzeugen. Der Unterschied zur Gliederung in zwei Dreiergruppen ist musikalisch erheblich: Als drei Zweiergruppen gelesen, ergibt sich ein Gegengewicht zur Zählzeit, als zwei Dreiergruppen eine schlichte Verdopplung der Triolenbewegung. In manchen Fällen ist die Mehrdeutigkeit beabsichtigt.

Abzugrenzen ist die Sextole vom gewöhnlichen Sechsergefüge in dreiteiligen Taktarten: Im Sechsachteltakt sind sechs Achtel die Norm und brauchen keine Ziffer. Eine Sextole liegt nur dort vor, wo vier die Regel wäre.

Sextolen werden mit der Ziffer 6 bezeichnet. Zu unterscheiden ist, ob die sechs Töne als zwei Triolengruppen gehört werden oder als drei Paare; die Balkung zeigt es meist an. In schneller Klaviermusik der Romantik sind Sextolen häufig in Begleitfiguren. ## Spielpraxis

Kläre zuerst die Gliederung: Zwei mal drei oder drei mal zwei? Die Antwort bestimmt die Betonung und damit den Charakter. Spiele die Gruppe gleichmäßig, ohne innere Zwischenbetonungen, wenn nichts anderes verlangt ist. Übe langsam gegen ein Metronom, das nur die Zählzeit schlägt, und steigere in kleinen Schritten. Und achte darauf, dass die Gruppe nicht beschleunigt — bei sechs Tönen auf einer Zählzeit ist das die häufigste Ungenauigkeit.