Zum Inhalt springen
Theorie

Duol

Eine Duole (auch: Duol) teilt einen Wert, der sonst in drei gleiche Teile zerfällt, in zwei. Typisch ist der zusammengesetzte Takt: Im 6/8 füllen zwei Achtel mit der Ziffer 2 die Zeit einer punktierten Viertel.

Teilung
zwei Noten statt drei
Im Notenbild
Ziffer 2 (oder Klammer), selten das Verhältnis 2:3
Typischer Takt
zusammengesetzte Takte wie 6/8
Gegenstück
Triole

Zwei statt drei

Im zusammengesetzten Takt, zum Beispiel im 6/8, zerfällt jeder Schlag in drei Achtel. Eine Duole ersetzt diese drei Achtel durch zwei. Beide Noten sind dann länger als ein gewöhnliches Achtel, nämlich eineinhalbmal so lang, und füllen zusammen genau die Zeit der punktierten Viertel. Das Zahlenverhältnis lautet deshalb 2:3: zwei Noten in der Zeit von dreien.

Duole im 6/8: zwei Achtel statt drei

6 8 2 2

In jedem Takt steht vorn eine Duole. Die beiden Achtel mit der Ziffer 2 dauern zusammen so lang wie die punktierte Viertel, die danach folgt.

Zum Vergleich: dieselbe Dauer in drei Teilen

6 8

Hier teilen drei normale Achtel die punktierte Viertel. Die Töne der Duole oben liegen auf dem Anfang und auf der Mitte dieser Zeit.

Wie sie geschrieben wird

Üblich ist die Ziffer 2 über oder unter der Notengruppe. Fehlt ein durchgehender Balken, kommt eine Klammer hinzu. Das ausgeschriebene Verhältnis (2:3) ist seltener und steht vor allem dort, wo die Ziffer allein missverständlich wäre. Im zusammengesetzten Takt wird die Duole meist als 2:3 verstanden, weil der Schlag dort aus drei gleichen Teilen besteht.

Duole und Triole

Die Triole macht das Gegenteil: Sie teilt einen Wert, der sonst in zwei Teile zerfällt, in drei. Die Duole teilt einen Wert, der sonst in drei Teile zerfällt, in zwei. Beide ändern also die gewohnte Teilung des Schlags. Ein Unterschied in der Wirkung: Die Triole bringt Bewegung in einen geraden Puls, die Duole teilt einen Dreierschlag in zwei Hälften.

Zum Üben: Stelle das Metronom auf zwei Schläge pro Takt im 6/8 und klopfe zuerst drei gleiche Achtel pro Schlag („1-und-a, 2-und-a“). Spiele dann dieselbe Tonfolge als Duole: Teile jeden Schlag im Kopf in zwei gleiche Hälften und lege die zweite Note genau auf die Mitte. Der Fuß bleibt dabei auf dem Schlag.

Häufige Fehler

  • Die Duole wie zwei gewöhnliche Achtel spielen: Dann wäre die Gruppe zu kurz. Beide Noten sind länger als normale Achtel.
  • Die zweite Note zu früh setzen: Sie liegt genau in der Mitte der Zeit, nicht beim zweiten Drittel.
  • Die Ziffer 2 übersehen: Ohne Ziffer würde man die beiden Achtel als gewöhnliche Achtel lesen.