Duol
Zwei Noten im Wert von drei gleicher Art.
Was es bedeutet
Ein Duol teilt eine Zählzeit, die von Haus aus dreiteilig ist, in zwei gleiche Teile. Es ist damit das Gegenstück zur Triole, die eine zweiteilige Zählzeit in drei Teile zerlegt. Vorkommen kann es deshalb nur in Taktarten mit dreiteiliger Zählzeit — im Sechsachtel-, Neunachtel- oder Zwölfachteltakt — oder dort, wo eine punktierte Note geteilt wird.
Im Notenbild
Über oder unter der Gruppe steht die Ziffer 2, meist mit Klammer oder Bogen. Geschrieben werden die beiden Noten in dem Wert, der ohne die Ziffer drei Noten ergäbe: Im Sechsachteltakt ersetzen zwei als Duol bezeichnete Achtel die drei Achtel einer Zählzeit, jede dauert also anderthalb gewöhnliche Achtel. Gleichbedeutend könnte man punktierte Sechzehntel schreiben; die Duolschreibweise wird vorgezogen, weil sie die Beziehung zur Zählzeit deutlicher macht. Gelegentlich findet sich statt der 2 die Ziffer 4 für eine entsprechende Viererteilung.
Musikalische Verwendung
Wirkung entfaltet das Duol durch den Widerspruch zur Umgebung: In einem durchgehend dreiteiligen Fluss wirkt eine plötzliche Zweiteilung breiter, ruhiger, gelegentlich auch schwerfällig-betont. Laufen beide Teilungen gleichzeitig in verschiedenen Stimmen, entsteht das Verhältnis zwei gegen drei, eine der Grundformen der Polyrhythmik.
Abzugrenzen ist das Duol von der bloßen Punktierung: Diese verlängert einen Wert innerhalb der geltenden Teilung, jenes setzt eine andere Teilung gegen sie.
Duolen werden in Taktarten mit dreiteiliger Zählzeit gebraucht, also in 6/8, 9/8 und 12/8, wenn eine Zählzeit in zwei gleiche Teile geteilt werden soll. In der Notation stehen zwei Achtel mit einer Ziffer 2; manche Ausgaben schreiben stattdessen zwei punktierte Achtel, die denselben Rhythmus ohne Ziffer darstellen. ## Spielpraxis
Übe zwei gegen drei, indem du beide Hände zunächst getrennt und dann sehr langsam zusammen nimmst; der gemeinsame Bezugspunkt ist der Beginn der Zählzeit, und dazwischen liegt der Duolton genau in der Mitte. Ein gesprochener Merksatz hilft, solange er nicht zur Krücke wird. Zähle in der übergeordneten Zählzeit weiter, nicht in den Unterteilungen — sonst gerät der Fluss ins Stocken.