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Vokal

Epinikion

Siegeshymne der Antike.

Was es bedeutet

Das Epinikion ist ein Siegeslied der griechischen Antike, gesungen zu Ehren eines Siegers bei den sportlichen Wettkämpfen. Es handelt sich um eine Gattung der Chorlyrik: Der Text wurde von einem Chor vorgetragen, begleitet von Instrumenten und verbunden mit Tanz. Überliefert sind die Texte, nicht die Musik; über Melodien, Rhythmus und Besetzung lassen sich nur allgemeine Aussagen treffen, die sich aus der Versstruktur und aus Beschreibungen ergeben.

Musikalische Verwendung

Für die Musikgeschichte ist die Gattung vor allem als Beispiel für die enge Verbindung von Dichtung, Musik und Tanz in der Antike bedeutsam: Der Rhythmus der Verse gab den musikalischen Rhythmus vor, und die Gliederung in Strophenpaare mit einem abweichenden dritten Teil entspricht einer choreografischen Anlage. Diese Verbindung ging in späterer europäischer Musik verloren und wurde immer wieder zum Ideal erklärt, etwa um 1600, als man mit der Monodie an das antike Vorbild anzuknüpfen suchte — auf der Grundlage sehr lückenhafter Kenntnisse. Von späteren Siegeshymnen und Preisliedern unterscheidet sich das Epinikion durch seinen festen kultischen und gesellschaftlichen Ort.

Spielpraxis

Eine gesicherte Aufführungspraxis lässt sich nicht angeben. Wer sich mit antiker Musik beschäftigt, arbeitet mit den wenigen erhaltenen Notendenkmälern, mit der Metrik der Texte und mit Instrumentenrekonstruktionen; jede klingende Umsetzung ist eine begründete Annahme, keine Wiederherstellung. Achte bei Aufführungen darauf, diesen Unterschied deutlich zu machen, statt Rekonstruktionen als gesicherte Überlieferung darzustellen. Angaben in Nachschlagewerken zu Melodik und Begleitung dieser Gattung sollten an der Quellenlage geprüft werden.

Rekonstruktionen antiker Musik stets auf Annahmen beruhen und als solche kenntlich gemacht werden sollten: Erhaltene Notendenkmäler sind wenige, und aus ihnen lässt sich keine allgemeine Aufführungspraxis ableiten. Für Programmtexte empfiehlt sich, die Quellenlage zu nennen. Wer mit metrischen Texten arbeitet, kann den Versrhythmus als Grundlage nehmen, sollte aber nicht behaupten, damit die ursprüngliche Musik wiederherzustellen. Die Forschung zu diesem Gebiet ist im Fluss; aktuelle Fachliteratur gibt den neuesten Stand wieder.