Epode
Abschließender Teil eines antiken lyrischen Chorgesangs, der auf Strophe und Gegenstrophe folgt.
Was es bedeutet
Die Epode ist der abschließende Teil eines Chorlieds der griechischen Antike. Auf die Strophe und die metrisch gleich gebaute Gegenstrophe folgt sie als dritter Abschnitt mit eigenem, abweichendem Versbau. Die Gliederung aus Strophe, Gegenstrophe und Epode bildete das Grundgerüst vieler Chorlieder etwa in der Tragödie und in der Chorlyrik.
Musikalische Verwendung
Wie die antike Musik selbst erklang, ist nur in Bruchstücken überliefert; die Epode ist deshalb vor allem als Formbegriff der Dichtung und Chorlyrik bekannt. Im Verständnis der Musikwissenschaft dient sie dazu, den dreiteiligen Aufbau antiker Chorgesänge zu beschreiben, dessen Prinzip von Wiederholung und abschließender Abweichung in späteren Formen wie dem Abgesang der mittelalterlichen Liedkunst eine Entsprechung findet.
Abzugrenzen ist die Epode von der Strophe, die den Anfang eines solchen Gefüges bildet, und von der Gegenstrophe, die den Bau der Strophe wiederholt. Wichtig ist auch die Unterscheidung vom Epilog: Dieser bezeichnet einen abschließenden Formteil in der Instrumentalmusik, während die Epode ein Abschnitt antiker Vokalformen ist.
Spielpraxis
Wenn dir die Epode in einem Text zur antiken Musik begegnet, achte auf die Abfolge der drei Teile und darauf, dass die dritte vom Bau der ersten beiden abweicht. Diese Abweichung ist das Kennzeichen der Epode und lässt sich auch bei der Analyse späterer dreiteiliger Liedformen als Vergleich heranziehen.