Eurhythmie
Ausgewogenes, harmonisches Verhältnis der Bewegung in Musik, Tanz und Sprache; Grundbegriff der Rhythmik.
Was es bedeutet
Eurhythmie, aus dem Griechischen für „gutes Zeitmaß“ oder „schöner Fluss“, bezeichnet ein ausgewogenes, harmonisches Verhältnis der Bewegung. Gemeint ist, dass die Teile einer rhythmischen Gestalt – Töne, Schritte oder Silben – in einem stimmigen Zusammenhang stehen und als natürlicher, fließender Ablauf erlebt werden.
Musikalische Verwendung
Der Begriff stammt aus der antiken Kunsttheorie und wurde in der Musik zum Grundbegriff einer Lehre, die Rhythmus als körperlich erlebte Bewegung versteht. Er verbindet Musik, Tanz und Sprache: Ein Vers, eine Melodie und ein Tanzschritt können demselben Ordnungsprinzip folgen.
Abzugrenzen ist die Eurhythmie vom Metrum, das nur das gleichmäßige Zählmaß beschreibt, und von der Arrhythmie, dem Fehlen eines erkennbaren Zusammenhangs der Bewegung. Auch von der später entstandenen Eurythmie der anthroposophischen Bewegungskunst ist sie zu trennen, die eine eigene, davon unabhängige Lehre darstellt.
Spielpraxis
Achte beim Musizieren darauf, dass Phrasen sich als zusammenhängende Bewegung anfühlen, nicht als Aneinanderreihung einzelner Töne. Bewege dich probeweise zur Musik, gehe oder klatsche den Puls mit und suche den Schwerpunkt der Phrase: So wird dir ihr innerer Fluss spürbar.