Exequien
Musikalische Totenfeier bzw. Trauergesang für einen Verstorbenen, bekannt u. a. durch Heinrich Schütz' „Musikalische Exequien“.
Was es bedeutet
Exequien, vom lateinischen „exsequiae“ für „Leichenbegängnis“, bezeichnen die Totenfeier und im musikalischen Sinn die dafür komponierte Trauermusik. Der Begriff meint sowohl die liturgische Feier als auch Werke, die einen Verstorbenen mit Gesang und Instrumenten ehren.
Musikalische Verwendung
Am bekanntesten sind die Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz, 1636 für die Trauerfeier des Fürsten Heinrich Posthumus Reuß entstanden. Das Werk verbindet Bibelworte und Choralstrophen, die der Verstorbene selbst für seinen Sarg bestimmt hatte, zu einer mehrteiligen Trauermusik und gilt als ein Hauptwerk der evangelischen Kirchenmusik des Barock.
Abzugrenzen sind die Exequien vom Requiem, der Messe für die Verstorbenen mit festem lateinischem Text, und vom Epicedium, dem Klagegesang auf eine bestimmte Person. Exequien bezeichnen die gesamte Totenfeier und können beide Formen einschließen.
Spielpraxis
Lies vor dem Hören oder Singen den Text: Bei Schütz bestimmen die Bibelworte die Gestalt jedes Abschnitts. Achte auf den Wechsel von Chor, Soli und Instrumenten und gestalte die Übergänge ruhig, ohne den getragenen Ernst des Ganzen zu unterbrechen.