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Geschichte

Expressionismus

Kunstrichtung um 1910–1925, die inneres Erleben mit extremen Mitteln ausdrückt.

Was es bedeutet

Expressionismus nennt man die Kunstrichtung etwa der Jahre 1910 bis 1925, die nicht die äußere Erscheinung, sondern das innere Erleben darstellen will – Angst, Ekstase, Verzweiflung –, und zwar mit bewusst übersteigerten, oft schroffen Mitteln.

Musikalische Verwendung

In der Musik wird der Begriff vor allem mit Arnold Schönberg und seinen Schülern Alban Berg und Anton Webern verbunden. Sie verließen um 1908 die Bindung an die Tonart und schrieben atonale Musik mit extremen Ausdrucksgesten, weiten Sprüngen und gleichberechtigten Dissonanzen. Beispiele sind Schönbergs Monodram Erwartung (1909) und Pierrot lunaire (1912).

Abzugrenzen ist der Expressionismus vom Impressionismus, der Stimmung und Klangfarbe andeutet, statt inneren Druck auszudrücken, und von der späteren Zwölftontechnik, die das freie atonale Schreiben durch ein Ordnungssystem ablöste. Der Begriff wird in der Musik unterschiedlich weit gefasst und bleibt umstritten.

Spielpraxis

Höre expressionistische Werke zunächst auf ihre Gesten: Ausbrüche, Stille, jähe Wechsel. Spiele oder singe sie mit voller Ausdrucksbereitschaft und genau nach den Notenwerten, denn die extreme Wirkung entsteht gerade aus der präzisen Ausführung der notierten Kontraste.