Fado
Portugiesisches Lied, meist melancholisch, begleitet von portugiesischer und klassischer Gitarre.
Was es bedeutet
Der Fado ist ein portugiesisches Lied, das meist von Sehnsucht, Verlust und Schicksal handelt. Sein Name geht auf das lateinische „fatum“, das Schicksal, zurück. Typisch ist eine solistisch vorgetragene, ausdrucksstarke Singstimme, begleitet von der Portugiesischen Gitarre, einer zwölfsaitigen Gitarre in birnenförmiger Bauform, und einer klassischen Gitarre.
Musikalische Verwendung
Der Fado entstand im 19. Jahrhundert in den Vierteln Lissabons und wurde in Tavernen und Häusern gesungen. Später kam mit dem Fado de Coimbra eine zweite, eher studentisch geprägte Tradition hinzu. Zentrales Gefühl ist die saudade, eine schwer übersetzbare Mischung aus Sehnsucht und Wehmut. Weltweit bekannt wurde der Fado durch Sängerinnen und Sänger wie Amália Rodrigues.
Abzugrenzen ist der Fado vom spanischen Flamenco, mit dem er die leidenschaftliche Ausdrucksweise teilt, der aber aus Andalusien stammt und rhythmisch und harmonisch anders gebaut ist. Auch vom allgemeinen Volkslied unterscheidet er sich durch die geprägte Form und die besondere Rolle der Gitarrenbegleitung.
Spielpraxis
Höre beim Fado auf die Verbindung von Text und Melodie: Der Ausdruck entsteht aus kleinen Verzierungen und dem freien Umgang mit dem Zeitmaß. Wenn du selbst singst, gestalte jede Zeile als eigene Erzählung und vermeide gleichmäßiges, glattes Vortragen.