Flamenco
Andalusische Musik- und Tanzkunst aus Gesang (cante), Gitarre (toque) und Tanz (baile).
Was es bedeutet
Flamenco ist eine Musik- und Tanzkunst aus Andalusien, die aus drei Elementen besteht: dem Gesang (cante), dem Gitarrenspiel (toque) und dem Tanz (baile). Hinzu kommen rhythmische Begleitung durch Händeklatschen (palmas) und Fußarbeit. Der Ausdruck ist leidenschaftlich, oft tragisch, und lebt von Improvisation und der engen Verbindung der Ausführenden.
Musikalische Verwendung
Der Flamenco entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert im Süden Spaniens aus der Begegnung unterschiedlicher Kulturen, unter besonderem Einfluss der Roma. Er gliedert sich in zahlreiche Formen, die palos, etwa Soleá, Bulería, Siguiriya oder Fandango, die sich durch Rhythmus, Tonalität und Ausdruck unterscheiden. Prägend ist ein zwölfzeitiger Rhythmuszyklus, der compás. Seit 2010 gehört der Flamenco zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit der UNESCO. Die Kistentrommel Cajón kam erst im 20. Jahrhundert in die Begleitung.
Abzugrenzen ist der Flamenco von der spanischen Volksmusik und dem klassischen spanischen Tanz, der auf Ballettformen beruht, sowie vom portugiesischen Fado, mit dem er die Leidenschaft teilt, der aber musikalisch eigenständig ist. Auch die Kastagnetten gehören nicht zwingend zum Flamenco, sondern eher zu verwandten Tanzformen.
Spielpraxis
Höre Flamenco zunächst auf den compás: Klatsche oder zähle den Zyklus mit, bevor du auf Melodie und Gitarre achtest. Wenn du spielst, lerne die Rhythmusmuster genau und unterordne dich dem Gesang, denn im Flamenco folgt die Gitarre der Stimme und dem Tanz.