Fließend
Ausführung, bei der die Töne ohne merkliche Brüche in Tonart oder Rhythmus ungezwungen aufeinanderfolgen.
Was es bedeutet
„Fließend“ ist eine deutsche Vortragsbezeichnung. Sie verlangt eine Ausführung, bei der die Töne ohne merkliche Brüche in Tonart oder Rhythmus ungezwungen aufeinanderfolgen: eine Musik, die dahinströmt, ohne zu stocken oder zu drängen.
Musikalische Verwendung
Die Bezeichnung findet sich vor allem in Werken der Romantik und Spätromantik mit deutschen Vortragsangaben. Sie kann sich auf ein Melodieband, eine Begleitfigur oder einen ganzen Satz beziehen und legt kein festes Tempo fest, sondern einen Charakter: gleichmäßige Bewegung, weiche Übergänge und ein natürlicher Atem. Das italienische Gegenstück ist „scorrevole“.
Abzugrenzen ist „fließend“ von legato, das ausschließlich die Bindung der Töne bezeichnet, und von „ruhig“ oder „gehend“, die eher das Tempo als die Gleichmäßigkeit der Bewegung beschreiben. Fließend kann auch bei nicht gebundenen Tönen gelten, solange die Bewegung ungebrochen wirkt.
Spielpraxis
Vermeide beim fließenden Spiel abrupte Akzente und Stockungen; denke in langen Bögen und lass Lagen- und Saitenwechsel unhörbar werden. Höre dir selbst zu, ob eine Phrase ohne Bruch bis zum Zielton läuft, und plane Atem oder Bogenwechsel so, dass sie den Fluss nicht unterbrechen.