Fluxus
Internationale Kunst- und Musikbewegung der 1960er-Jahre, die die Idee über das fertige Werk stellt.
Was es bedeutet
Fluxus ist der Name einer internationalen Kunst- und Musikbewegung der 1960er Jahre. Den Namen, lateinisch für „Fließen“, prägte der Künstler George Maciunas. Kennzeichnend ist, dass die Idee und die Handlung wichtiger sind als das fertige, dauerhafte Kunstwerk, und dass Kunst und Alltag ineinander übergehen sollen.
Musikalische Verwendung
In der Musik knüpfte Fluxus an John Cage an, dessen Konzepte von Zufall und Stille die Grenzen dessen erweiterten, was als Musik gilt. Fluxus-Künstler schrieben „Event Scores“, kurze Handlungsanweisungen, die von den Ausführenden in Klang, Geste oder Alltagshandlung umgesetzt wurden. Zu den beteiligten Namen gehören Nam June Paik, Yoko Ono, George Brecht und La Monte Young. 1962 fand in Wiesbaden ein wegweisendes Festival statt, die Fluxus Internationale Festspiele Neuester Musik.
Abzugrenzen ist Fluxus von der Neuen Musik im engeren Sinn, die weiterhin komponierte Werke schuf, und von der Aleatorik, die Zufall als kompositorisches Verfahren nutzt. Fluxus stellt eher die Idee einer Handlung über die Klangwirkung. Oft ist es auch als heiteres, ironisches Spiel mit der Kunstwelt gemeint.
Spielpraxis
Wenn du ein Fluxus-Stück aufführst, halte dich an die Anweisung so genau wie möglich, denn die Wirkung entsteht aus der Wörtlichkeit der Idee. Lass dabei den Zufall und das Unerwartete zu, statt eine perfekte Ausführung anzustreben.