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Form

Gassenhauer

Volkstümliches, weitverbreitetes Lied; ursprünglich auf der Gasse gesungen.

Was es bedeutet

Ein Gassenhauer ist ein volkstümliches, weit verbreitetes und leicht eingängiges Lied. Der Name bedeutet ursprünglich ein Lied, das man auf der Gasse singt oder „hauend“, also mit kräftigem Auftreten, durch die Straßen zieht. Später wurde das Wort auch für Schlager und Ohrwürmer gebraucht, oft mit abwertendem Unterton.

Musikalische Verwendung

Bereits im 16. Jahrhundert sind „Gassenhawer“ als volkstümliche Lieder und Tanzweisen belegt. Später nahmen Komponisten solche Melodien in ihre Werke auf oder variierten sie. Ein bekanntes Beispiel ist Ludwig van Beethovens Klarinettentrio op. 11, das den Beinamen „Gassenhauer-Trio“ trägt, weil sein Schlusssatz Variationen über eine damals sehr beliebte Opernmelodie enthält.

Abzugrenzen ist der Gassenhauer vom Volkslied, das oft anonym und überliefert ist, während der Gassenhauer besonders eine Modeerscheinung der Straße beschreibt, und vom Schlager als Begriff der modernen Unterhaltungsmusik. Auch mit dem Kunstlied besteht kein Zusammenhang, da der Gassenhauer keinen künstlerischen Anspruch erhebt.

Spielpraxis

Singe oder spiele einen Gassenhauer schlicht und mit Schwung, ohne ihn zu verzieren oder zu überinterpretieren. Wenn du eine solche Melodie in ein größeres Werk einbaust, hebe sie klanglich als Zitat hervor, damit die Zuhörenden sie wiedererkennen.