Quodlibet
Scherzhafte Verbindung bekannter Melodien oder Texte.
Was es bedeutet
Ein Quodlibet (lateinisch „was beliebt“) ist eine scherzhafte Verbindung bekannter Melodien oder Texte, die gleichzeitig oder nacheinander erklingen. Die Wirkung beruht auf dem Überraschungsmoment: Der Hörer erkennt Bruchstücke von Liedern oder Sprüchen, die durch den Zusammenhang komisch werden.
Musikalische Verwendung
Das Quodlibet ist seit dem 15. Jahrhundert belegt und war in der Renaissance in Vokalsätzen beliebt. Johann Sebastian Bach schloss seine „Goldberg-Variationen“ mit einem Quodlibet ab, in dem zwei Volkslieder zu dem Bass verbunden werden. Nach dem Bericht seines ersten Biografen Forkel pflegten auch die Bachs bei Familientreffen Quodlibets zu improvisieren. Später fand die Form ihren Platz in Singspielen und in der Unterhaltungsmusik.
Abzugrenzen ist das Quodlibet vom Potpourri, das Melodien nur aneinanderreiht, und von der Parodie, die ein einzelnes Werk verändert und verspottet.
Spielpraxis
Wenn du ein Quodlibet spielst oder singst, gestalte die bekannten Melodien deutlich erkennbar und halte den Witz im Vortrag: Er entsteht, wenn du die Übergänge mit leichter Hand und passendem Ton nimmst.