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Instrument

Gebundenes Clavichord

Clavichord, bei dem sich mehrere Tasten einen gemeinsamen Saitenchor teilen (Gegensatz: bundfrei).

Was es bedeutet

Ein gebundenes Clavichord ist ein Clavichord, bei dem sich mehrere Tasten einen gemeinsamen Saitenchor teilen. Die Tangenten der benachbarten Tasten treffen dieselben Saiten an unterschiedlichen Stellen und teilen sie so in verschiedene Längen. Das spart Saiten und Platz, hat aber eine Folge: Zwei Tasten, die sich eine Saite teilen, lassen sich nicht zugleich spielen.

Musikalische Verwendung

Das gebundene Clavichord war die ältere Bauform und prägte das Instrument vom späten Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Komponisten mussten die Stimmführung so gestalten, dass sich keine gebundenen Töne gleichzeitig ergaben, oder die Bünde sorgfältig verteilen. Im 18. Jahrhundert setzte sich das bundfreie Clavichord durch, bei dem jede Taste einen eigenen Chor besitzt, sodass alle Töne frei kombinierbar sind.

Abzugrenzen ist das gebundene vom bundfreien Clavichord und von Instrumenten mit anderen Tonerzeugungsarten: Beim Cembalo werden die Saiten gezupft, beim Hammerklavier angeschlagen, beim Clavichord jedoch von einer Metalltangente angeschlagen und gedrückt gehalten, was Bebung, ein leichtes Vibrato, ermöglicht.

Spielpraxis

Wenn du ein gebundenes Clavichord spielst, prüfe zuerst, welche Tasten sich einen Chor teilen, und wähle Fingersätze und Stimmführung entsprechend. Spiele mit sehr feinem, gleichmäßigem Anschlag, denn das Clavichord reagiert direkt auf jeden Fingerdruck.