Halbzirkel
Altes Taktzeichen, aus dem sich das heutige C-Zeichen für den geraden Takt entwickelt hat.
Was es bedeutet
Der Halbzirkel ist ein altes Taktzeichen in Form eines nach rechts offenen Halbkreises, aus dem sich das heutige C-Zeichen für den geraden Takt entwickelt hat. Er stammt aus der Mensuralnotation des Mittelalters und der Renaissance.
Im Notenbild
In der Mensuralnotation zeigte der volle Kreis die vollkommene, dreiteilige Teilung der Notenwerte an, der Halbzirkel dagegen die unvollkommene, zweiteilige. Ein senkrechter Strich durch den Halbzirkel kennzeichnet später das verkürzte Alla-breve-Maß. Das heutige „C“ für den Viervierteltakt ist also kein Buchstabe, sondern ein Rest dieses Zeichens.
Musikalische Verwendung
Aus der Bedeutung „zweiteilig“ wurde im Lauf der Zeit die Vorstellung des geraden Taktes. Das durchgestrichene Zeichen steht heute für Alla breve, den Zweihalbetakt. Wer alte Ausgaben liest, findet den Halbzirkel oft am Zeilenanfang, wo heute die Taktangabe steht.
Abzugrenzen ist der Halbzirkel vom vollen Kreis, der die Dreiteilung anzeigte, und von der modernen Bruchzahl-Angabe wie 4/4, die dasselbe Maß in Ziffern ausdrückt. Der Halbzirkel ist zudem kein Zeichen für Tempo, sondern für die Einteilung der Notenwerte.
Spielpraxis
Wenn dir in einer alten Ausgabe ein Halbzirkel oder ein durchgestrichener Halbzirkel begegnet, lies ihn als geraden Takt bzw. Alla breve. Beim Alla breve zählst du in Halben, sodass sich die Musik lebendiger und flüssiger anfühlt als im Vierviertelmaß.