Hilfsstimmen
Orgelregister, die nicht den Grundton, sondern Quinten, Terzen oder Mixturen erklingen lassen und Obertöne verstärken.
Was es bedeutet
Hilfsstimmen sind Orgelregister, die nicht den gespielten Ton in Oktaven, sondern andere Obertöne erklingen lassen, etwa Quinten, Terzen oder mehrere Pfeifen als Mixtur. Sie verstärken Obertöne des Grundklangs und geben ihm Glanz und Schärfe. Man nennt sie auch Aliquotstimmen oder Mutationen.
Musikalische Verwendung
Hilfsstimmen werden nicht allein, sondern zusammen mit den Grundstimmen benutzt. Eine Quinte in 2⅔ʼ lässt zu jedem gespielten Ton den Ton eine Duodezime darüber erklingen, eine Terz in 1⅗ʼ die Terz in höherer Oktave. Zusammen mit dem Grundklang ergeben sie Klangfarben wie Cornet oder Sesquialtera, mit denen sich Solostimmen hervorheben lassen. In der Mixtur werden mehrere Pfeifen in Quinten und Oktaven zu einer glänzenden Krone des Klangs vereint.
Abzugrenzen sind Hilfsstimmen von Grundstimmen, die in Oktaven zum gespielten Ton stehen, und von Zungenstimmen, die mit Rohrblättern statt Lippenpfeifen klingen. Allein gespielt klingen Hilfsstimmen unnatürlich; erst mit den Grundstimmen bilden sie einen sinnvollen Klang.
Spielpraxis
Registriere Hilfsstimmen behutsam: Beginne mit einer Grundstimmengruppe und füge Quinte oder Mixtur nach und nach hinzu, bis der gewünschte Glanz erreicht ist. Prüfe die Balance im Raum, denn Obertonregister tragen weit und wirken schnell schneidend.