Mixtur
Orgelregister mit mehreren Pfeifen pro Taste, das Obertöne verstärkt.
Was es bedeutet
Die Mixtur ist ein Orgelregister, bei dem eine einzige Taste gleichzeitig mehrere Pfeifen ansteuert, meist mehrere Reihen im Abstand von Oktaven und Quinten. Sie verstärkt die hohen Obertöne des Klanges. Das Register wird nicht einzeln, sondern zusammen mit den Grundregistern gezogen, wie zum Beispiel dem Prinzipal.
Eine Mixtur ist meist drei- bis sechsfach oder noch mehr besetzt. Damit die hohen Pfeifen nicht unangenehm schrill werden, geht die Mixtur in den oberen Lagen der Klaviatur zurück: Bei einigen Tönen springen die Reihen eine Oktave oder Quinte nach unten. Man nennt das Repetition.
Musikalische Verwendung
Die Mixtur gehört zum Plenum, dem vollen Werk einer Orgel, und ist besonders charakteristisch für die Orgeln des Barock. Sie gibt dem Klang Glanz, Schärfe und Durchsichtigkeit und hilft, polyphone Linien auch im vollen Werk deutlich zu machen. Verwandte Register sind Zimbel und Scharf, die höher und heller liegen.
Abzugrenzen ist die Mixtur von Aliquotregistern wie Quinte oder Terz, die einzeln eine bestimmte Oberton-Reihe liefern und den Klang verändern, ohne im Verbund zu stehen. Die Mixtur wird als Klangkrone über den 8-Fuß- und 4-Fuß-Registern verstanden.
Spielpraxis
Als Organist ziehst du die Mixtur im Zusammenhang mit den Grundstimmen und achtest auf das Zusammenspiel mit den Zungenstimmen. Im Zusammenklang mit vollem Werk hörst du nicht die einzelnen Obertöne, sondern Glanz. Wähle sie sparsam, wenn die Akustik des Raumes hallig ist.