Zum Inhalt springen
Form

Intrada

Festliches Eröffnungsstück, v. a. des 16. und 17. Jahrhunderts.

Was es bedeutet

Die Intrada, vom italienischen „entrata“ für „Eingang“, ist ein festliches Eröffnungsstück, das vor allem im 16. und 17. Jahrhundert verbreitet war. Sie kündigt einen Einzug, eine Zeremonie oder den Beginn eines größeren Werkes an und ist oft von fanfarenartigem, feierlichem Charakter.

Musikalische Verwendung

Intraden wurden an Höfen zu Empfängen, Festen und Aufzügen gespielt, häufig von Trompeten- und Posaunenensembles. In gedruckten Sammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts, etwa bei Michael Praetorius, finden sich zahlreiche Intraden als eröffnende Sätze von Tanzsuiten. Der Begriff wurde später gelegentlich auch für Eröffnungssätze anderer Werke verwendet.

Abzugrenzen ist die Intrada von der Fanfare, die kürzer und stärker signalartig ist, und von der Ouvertüre, die im Barock und danach zu einem eigenständigen, oft mehrteiligen Eröffnungssatz für Oper und Orchesterwerk wurde. Die Intrada steht historisch früher und ist meist schlichter gebaut.

Spielpraxis

Spiele eine Intrada mit klarem, feierlichem Ansatz und deutlicher Artikulation, wie es einem Eröffnungsstück entspricht. Achte im Ensemble auf gemeinsamen, präzisen Einsatz, damit der repräsentative Charakter des Stücks zur Geltung kommt.