Junctura
Verbindungston bzw. melodische Fuge zweier Choralphrasen.
Was es bedeutet
Junctura, lateinisch für „Verbindung“ oder „Fuge“, bezeichnet in der Choralanalyse einen Verbindungston oder eine kurze melodische Wendung, die zwei Phrasen eines Chorals oder gregorianischen Gesangs miteinander verknüpft. Sie sorgt dafür, dass der Übergang zwischen zwei Abschnitten musikalisch geglättet statt abrupt erscheint.
Musikalische Verwendung
In der Analyse gregorianischer Melodien wird untersucht, wie einzelne Phrasen aneinandergereiht sind und welche Töne diese Verbindung tragen. Eine Junctura kann etwa ein Ton sein, der das Ende einer Phrase mit dem Anfang der nächsten klanglich verbindet, oder eine kleine melodische Figur, die diesen Übergang gestaltet. Der Begriff gehört zum Vokabular einer detaillierten Melodieanalyse, wie sie etwa in der Choralforschung betrieben wird.
Abzugrenzen ist die Junctura von der Phrase selbst, die einen ganzen melodischen Abschnitt umfasst, und von der Kadenz, die eine Phrase klanglich beschließt. Die Junctura betrifft speziell den Übergangspunkt zwischen zwei solchen Abschnitten.
Spielpraxis
Achte beim Analysieren oder Singen einer Choralmelodie darauf, wie die einzelnen Phrasen ineinander übergehen, und suche nach Tönen, die diese Übergänge tragen. Singe solche Verbindungsstellen bewusst fließend, damit die Choralmelodie als zusammenhängendes Ganzes und nicht als Aneinanderreihung getrennter Abschnitte wirkt.