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Moderne

Klangfarbenmelodie

Verteilung einer Linie auf wechselnde Klangfarben, sodass die Klangfarbe selbst melodisch wirkt (Schönberg).

Was es bedeutet

Klangfarbenmelodie bezeichnet ein kompositorisches Verfahren, bei dem eine musikalische Linie, oft ein liegender Ton oder Akkord, auf mehrere Instrumente mit unterschiedlicher Klangfarbe verteilt wird. Der Tonhöhenverlauf bleibt dabei gering oder unverändert; stattdessen wandert die Klangfarbe selbst von Instrument zu Instrument und übernimmt eine melodieähnliche, formbildende Funktion.

Musikalische Verwendung

Der Begriff wurde von Arnold Schönberg geprägt, der ihn in seiner Harmonielehre von 1911 theoretisch beschrieb und im dritten seiner Fünf Orchesterstücke op. 16 (1909), oft „Farben“ genannt, praktisch umsetzte: Ein fast unveränderter Akkord wechselt fortlaufend seine Klangfarbe durch verschiedene Instrumentierungen. Spätere Komponisten der Neuen Musik, etwa Anton Webern, griffen das Prinzip auf und entwickelten es in der seriellen Musik weiter, wo auch die Klangfarbe wie andere Parameter systematisch organisiert wurde.

Abzugrenzen ist die Klangfarbenmelodie von der gewöhnlichen Melodie, die durch einen Verlauf unterschiedlicher Tonhöhen definiert ist, sowie von der bloßen Instrumentation eines bestehenden Themas, die die Klangfarbe verändert, ohne dass diese Veränderung selbst zum strukturierenden Prinzip wird.

Spielpraxis

Höre bei einer Klangfarbenmelodie gezielt darauf, wie sich der Klang eines gehaltenen Tons oder Akkords durch den Wechsel der Instrumente verändert, auch wenn die Tonhöhe gleich bleibt. Verfolge, welches Instrument jeweils übernimmt, um die klangliche „Melodie“ als eigenständige musikalische Bewegung wahrzunehmen.