Kurrende
Historischer Schülerchor, der gegen Gaben geistliche Lieder auf der Straße sang, etwa Vorläufer des Thomanerchors.
Was es bedeutet
Eine Kurrende war ein historischer, meist aus armen Schülern bestehender Chor, der durch die Straßen zog und gegen kleine Gaben oder Geld geistliche Lieder sang. Der Name kommt vom lateinischen currere, „laufen“, und bezieht sich auf den umherziehenden Vortrag.
Musikalische Verwendung
Kurrenden waren vor allem im protestantischen Deutschland vom 16. bis ins 19. Jahrhundert verbreitet und dienten zugleich der musikalischen Ausbildung der Schüler und der finanziellen Unterstützung bedürftiger Schulen. Der bekannteste Nachfahre dieser Tradition ist der Leipziger Thomanerchor, dessen Mitglieder ursprünglich als Kurrende-Schüler durch Singen auf den Straßen zu ihrem Lebensunterhalt beitrugen; auch Bach, der als Thomaskantor für den Chor verantwortlich war, kannte diese Praxis aus eigener Schulzeit. Mit der Verbesserung der Schulfinanzierung im 19. Jahrhundert verschwand die Kurrende als Bettel- und Erwerbspraxis allmählich, während der Name in manchen Chorbezeichnungen bis heute fortlebt.