Liedertafel
Männergesangverein des 19. Jahrhunderts (erste 1809 von Zelter gegründet).
Was es bedeutet
Die Liedertafel ist eine Vereinigung männlicher Sänger, die sich zu geselligem, meist mehrstimmigem Männergesang trifft. Die erste ihrer Art gründete der Berliner Komponist und Dirigent Carl Friedrich Zelter 1809 unter diesem Namen.
Zelters Liedertafel war ursprünglich ein exklusiver Kreis mit fester, begrenzter Mitgliederzahl, in dem gebildete Bürger und Künstler bei geselligen Zusammenkünften eigens komponierte oder ausgewählte Männerchorlieder sangen.
Musikalische Verwendung
Nach dem Berliner Vorbild entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche weitere Liedertafeln und verwandte Männergesangvereine in deutschen Städten, die zur Entwicklung eines eigenständigen Männerchorrepertoires beitrugen und die spätere breite Vereinskultur des deutschen Chorgesangs mitprägten.
Abzugrenzen ist die Liedertafel vom gemischten Chor, der Frauen- und Männerstimmen vereint, sowie vom professionellen Konzertchor: Die Liedertafel war ursprünglich ein geselliger Amateurkreis, kein auf öffentliche Konzerte ausgerichtetes Ensemble.
Spielpraxis
Höre dir zum Vergleich ein typisches Männerchorlied aus dieser Tradition an und achte auf die vierstimmige Satzweise mit ihrer für Männerstimmen charakteristischen, eher tiefen Klanglage. Wenn du selbst in einem Männerchor singst, kannst du diese historische Wurzel deiner Chorform als Hintergrund für die Stückauswahl nutzen.