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Form

Ländler

Der Ländler ist ein Volkstanz aus Süddeutschland, der Schweiz und Österreich im Dreiertakt, in den Nachschlagewerken meist mit 3/4 angegeben. Er ist langsamer als der Walzer und hat dessen Entstehung wohl beeinflusst. Im Notenarchiv steht ein Ländler für Gitarre, der in 3/8 notiert ist.

Art
Volkstanz, in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich verbreitet
Taktart
Dreivierteltakt, Dreiachteltakt
Tempo
langsamer als der Walzer
Name
unter anderem auf das „Landl“ in Oberösterreich zurückgeführt

Ein Tanz im Dreiertakt

Der Ländler ist ein Volkstanz aus Süddeutschland, der Schweiz und Österreich. Er gilt als langsamer Volkstanz im Dreivierteltakt, die Bewegung ist meist mäßig geschwind, der Takt meist 3/4, selten 2/4 oder 7/8. Der Name wird auf das „Landl“ (Oberösterreich) zurückgeführt, wo der Tanz getanzt wurde; für den Namen werden insgesamt drei mögliche Wurzeln genannt.

Vom Walzer unterscheidet ihn vor allem das Tempo: Der „landlerte“, also langsame Tanz steht dem schnelleren Walzer gegenüber, und er hat die Entstehung des Walzers wohl beeinflusst.

Ländler in 3/8 und in 3/4

Als Taktart des Ländlers wird in den Nachschlagewerken 3/4 genannt, nirgends 3/8. Das Archiv-Blatt von Fernando Sor ist dagegen in 3/8 notiert. Beides sind Dreiertakte; ein 3/8-Takt hat drei Achtel, ein 3/4-Takt sechs, er dauert also bei gleichem Notenwert doppelt so lang. Die beiden Zeilen unten zeigen dasselbe Bewegungsmuster einmal in 3/8 und einmal in 3/4, mit verdoppelten Notenwerten.

Dreiertakt in 3/8: Auftakt und Sechzehntelfigur

3 8

Eigenes Beispiel mit dem Bewegungsmuster des Archiv-Blatts, nicht seine Melodie. Der Auftakt ist ein einzelnes Achtel. Jeder volle Takt hat vier Sechzehntel und ein Achtel: 4 × 1/16 + 1/8 = 3/8.

Dasselbe Muster in 3/4: alle Notenwerte doppelt so lang

3 4

Der Auftakt ist jetzt ein Viertel, die Takte bestehen aus vier Achteln und einem Viertel: 4 × 1/8 + 1/4 = 3/4. Das Muster ist dasselbe, jeder Takt dauert aber doppelt so lang wie in 3/8.

Ob das Blatt in 3/8 oder 3/4 stünde, ändert am Muster nichts: Es bleibt ein Tanz mit drei Zählzeiten, dessen erste die betonte ist.

Der Ländler im Notenarchiv

Ländler im Archiv

  • Gitarrenschule, Stück Nr. 18 Fernando Sor (1778–1839), aus der „Guitar-Skole“ · Gitarre · 1 Seite

    Über dem Auftakt steht „Ländler“, die Taktangabe lautet 3/8, die Vorzeichnung hat vier Kreuze; die Akkordsymbole beginnen mit E und enthalten außerdem „B“ und „B7“ (englische Schreibweise für H und H7), das passt zu E-Dur. Der Auftakt ist ein Achtel. Teil 1 reicht bis Takt 8 und hat kein Wiederholungszeichen. Der letzte Takt jedes Teils füllt nur ein Viertel, das Achtel des folgenden Auftakts ergänzt ihn. Teil 2 steht in Wiederholungszeichen und reicht bis Takt 24.

Zum Üben: Zähle bei Sors Ländler in Achteln „eins – zwei – drei“ und lege den Schwerpunkt auf die „eins“. Spiele zuerst nur den Auftakt und den ersten vollen Takt. Die vier Sechzehntel sollen gleichmäßig laufen und das folgende Achtel ruhig anschließen.

Häufige Fehler

  • Den Auftakt als vollen Takt zählen: Der Auftakt ist ein einzelnes Achtel; der Schlusstakt jedes Teils ist entsprechend verkürzt.
  • Zu schnell spielen: Ein Ländler ist langsamer als ein Walzer.
  • 3/8 mit 3/4 verwechseln: Die Taktangabe sagt, welcher Notenwert gezählt wird. Bei 3/8 ist es das Achtel.