Lamentabile
Klagend, jammervoll.
Was es bedeutet
Lamentabile heißt „klagend, beklagenswert" und verlangt einen Vortrag, der Klage ausdrückt. Das Wort geht auf lamento, die Klage, zurück; gleichbedeutend wird lamentoso gebraucht.
Innerhalb der Wörter für Trauer liegt der Unterschied in der Äußerung. Doloroso bezeichnet den Schmerz selbst, flebile den weinerlichen Ton, mesto die stille Traurigkeit. Lamentabile meint den geäußerten Schmerz — die Klage, die sich an jemanden richtet oder hörbar wird.
Die Angabe betrifft den Ausdruck, nicht das Tempo, wirkt sich aber darauf aus: Ein klagender Vortrag ist ruhig und lässt den Tönen Zeit.
Im Notenbild
Das Wort steht kursiv über dem System, meist hinter einem Tempowort, und gilt bis zu einer neuen Angabe. Häufig findet es sich zusammen mit Seufzerfiguren, chromatisch absteigenden Linien, Moll-Harmonik und Vorhalten — Mitteln, mit denen die Musik seit dem Barock das Klagen darstellt.
Musikalische Verwendung
Das Lamento ist seit dem 17. Jahrhundert ein eigener Satztyp, häufig über einem absteigenden Bass in Moll, der sich ständig wiederholt. In der Oper steht es an Stellen von Verlust und Abschied, in der Instrumentalmusik über langsamen Sätzen von klagendem Charakter. Die Bezeichnung lamentabile verweist auf diese Tradition und verlangt den entsprechenden Ton.
Die Anweisung verlangt einen klagenden Vortrag mit weichem, dunklem Ton, langsamer Bewegung und ausdrucksvoller Phrasierung. Sie ist verwandt mit lamentoso und doloroso. Die Bezeichnung ist seltener als lamentoso, beschreibt aber denselben Charakter. Seufzerfiguren, fallende Linien und Vorhalte bilden oft das musikalische Material solcher Stellen. die Klage einen Bogen behält: Die einzelnen Seufzer sollen i ## Spielpraxis
Arbeite die Seufzerfiguren heraus: Gewicht auf dem ersten Ton, Nachgeben auf dem zweiten. Gib chromatischen Schritten und Vorhalten Zeit. Halte die Dynamik zurück und gestalte mit feinen Abstufungen. Und lass den Bass, wo er absteigt, deutlich hörbar — er trägt den Ausdruck ebenso wie die Melodie.