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Artikulation

Louré

Mehrere Töne in einem Bogenstrich, jeder leicht angestoßen.

Was es bedeutet

Louré bezeichnet bei Streichinstrumenten eine Strichart, bei der mehrere Töne in einem Bogenstrich gespielt werden, jeder jedoch leicht angestoßen wird. Der Bogen bleibt auf der Saite; die Töne werden nicht getrennt, sondern durch eine kleine Druck- oder Geschwindigkeitsänderung voneinander abgesetzt. Das Ergebnis liegt zwischen Bindung und Trennung: eine zusammenhängende Linie mit hörbaren Tongrenzen.

Der Sache nach entspricht das dem portato beziehungsweise mezzo staccato, das bei anderen Instrumenten und in der Vokalmusik dieselbe Ausführung meint. Vom staccato unterscheidet sich das louré dadurch, dass keine Pause zwischen den Tönen entsteht und der Bogen die Saite nicht verlässt; vom reinen legato dadurch, dass jeder Ton einen eigenen Anfang bekommt.

Das gleichlautende Wort bezeichnet daneben einen langsamen französischen Tanz; beide Bedeutungen sind auseinanderzuhalten.

Im Notenbild

Notiert wird die Spielweise durch Punkte oder kurze Striche unter einem Bogen. Striche verlangen die weichere, tragendere Ausführung, Punkte eine etwas deutlichere Trennung; die Unterscheidung wird von Ausgabe zu Ausgabe unterschiedlich gehandhabt. Der Bogen zeigt an, dass alle Töne in einem Strich liegen.

Musikalische Verwendung

Die Spielweise dient dazu, eine Melodie zugleich zusammenhängend und gegliedert vorzutragen. Sie ist besonders in getragenen Sätzen verbreitet, wo eine reine Bindung die Tonwiederholungen verschlucken würde, und bei Begleitfiguren, die tragen, aber nicht verschmelzen sollen. Auch bei wiederholten Tönen auf derselben Tonhöhe ist sie das übliche Mittel.

Die Artikulation wird mit Punkten unter einem Bogen oder mit Strichen notiert. Auf Streichinstrumenten spielt man die Töne in einem Bogen mit kleinem Druckimpuls. ## Spielpraxis

Lass den Bogen auf der Saite und erzeuge die Trennung durch eine kurze Nachgabe im Arm, nicht durch Anheben. Halte die Töne lang genug, dass die Linie bestehen bleibt. Achte darauf, dass die Bogenmenge für alle Töne reicht — bei vielen Tönen in einem Strich wird der letzte leicht knapp. Und unterscheide Punkte und Striche im Notentext, bevor du dich für die Schärfe der Trennung entscheidest.