Meistersinger
Bürgerliche Liederdichter und -sänger in deutschen Städten des 15./16. Jahrhunderts.
Was es bedeutet
Meistersinger waren Handwerker und Bürger deutscher Städte, die sich in Zünften ähnlichen Singschulen zusammenschlossen, um Lieder zu dichten und vorzutragen. Ihre Kunst, der Meistergesang, blühte vom 15. bis ins 16. Jahrhundert. Die Vorträge waren einstimmig und ohne Begleitung.
Die Sänger folgten einem festen Regelwerk, der Tabulatur. Ein Lied hatte einen Aufgesang aus zwei gleichen Stollen und einen Abgesang. Die Melodie, die einer Dichtung zugrunde lag, hieß Ton. Wer einen neuen Ton erfand, konnte zum Meister aufsteigen.
Musikalische Verwendung
Zentren des Meistergesangs waren Städte wie Mainz, Augsburg und vor allem Nürnberg. Am bekanntesten ist der Nürnberger Schuhmacher und Dichter Hans Sachs (1494–1576), der zahlreiche Meisterlieder schrieb. Als Vorbilder verehrten die Meistersinger legendäre Dichter wie Frauenlob. Richard Wagner setzte dieser Tradition mit der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ (1868) ein Denkmal.
Abzugrenzen ist der Meistergesang vom höfischen Minnesang, der von Rittern getragen wurde, und vom Volkslied, das keinen festen Regeln folgte.
Spielpraxis
Wenn du Meisterlieder oder die Musik der Oper singst, achte auf die klare Gliederung in Stollen und Abgesang. Sprich den Text deutlich, denn im Meistergesang zählte die Regelgerechtigkeit von Wort und Reim.