Mittelstimmen
Innere Stimmen eines mehrstimmigen Satzes zwischen Ober- und Unterstimme, z. B. Alt und Tenor.
Was es bedeutet
Mittelstimmen sind diejenigen Stimmen eines mehrstimmigen Satzes, die zwischen der obersten Stimme (Oberstimme, meist die Melodie) und der untersten (Bass, Unterstimme) liegen. Im vierstimmigen Chorsatz sind das Alt und Tenor. Sie sichern den Zusammenklang, füllen die Akkorde auf und bestimmen mit ihrer Führung, wie flüssig und lebendig ein Satz klingt.
Musikalische Verwendung
In der Satzlehre gelten für die Mittelstimmen die Regeln der guten Stimmführung: möglichst kleine Schritte, gemeinsame Töne halten, keine unschönen Sprünge und keine parallelen Quinten oder Oktaven. Im Kontrapunkt der Renaissance und des Barock sind die Mittelstimmen dagegen oft selbstständige Linien mit eigener Melodik.
Abzugrenzen sind sie von den Außenstimmen (Ober- und Unterstimme), die im Satz am deutlichsten gehört werden. Von den Füllstimmen unterscheiden sie sich dadurch, dass Füllstimmen nur Akkorde ergänzen, Mittelstimmen aber ein eigenes Gewicht haben können.
Spielpraxis
Wenn du eine Mittelstimme singst oder spielst, hör auf Ober- und Unterstimme und passe dich klanglich an. Übe deine Stimme auch allein, denn sie ist oft weniger melodisch als die Oberstimme und muss dennoch sicher sitzen.