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Geschichte

Mysterienspiel

Mittelalterliches geistliches Schauspiel mit Musik über biblische Stoffe, zuerst in Kirchen, später auf Marktplätzen aufgeführt.

Was es bedeutet

Das Mysterienspiel ist ein geistliches Schauspiel des Mittelalters, das biblische Stoffe wie die Weihnachtsgeschichte, die Passion oder das Jüngste Gericht darstellt. Musik gehörte dazu: Es wurde gesungen, mit Instrumenten begleitet und bei Auftritten und Prozessionen gespielt. Die Spiele entstanden aus liturgischen Feiern, in denen einzelne Rollen verteilt wurden, und wuchsen zu umfangreichen Aufführungen.

Musikalische Verwendung

Die frühesten Formen sind kurze Wechselgesänge in der Kirche, etwa zu Ostern. Später wurden die Spiele in der Volkssprache aufgeführt und zogen auf Marktplätze; Bürger und Zünfte übernahmen Rollen und Ausstattung. In England gehören die Zyklen von York und Wakefield zu den bekanntesten, in Deutschland Oster- und Passionsspiele. Das Oberammergauer Passionsspiel ist eine bis heute lebendige Nachfolgetradition.

Abzugrenzen ist das Mysterienspiel von Oratorium und Oper, die durchkomponiert sind und später entstanden, und vom Osterspiel als eigener Form der Auferstehung.

Spielpraxis

Wenn du Musik aus Mysterienspielen singst oder spielst, stelle dir die Szene vor: Einfache, klare Melodien sollten den Text tragen. Auch Instrumentalmusik war oft Begleitung von Auf- und Abtritten, also rhythmisch und deutlich.