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Vortrag

Jongleur

Mittelalterlicher Spielmann.

Was es bedeutet

Jongleur ist die französische Bezeichnung für den fahrenden Spielmann des Mittelalters. Gemeint sind Berufsmusiker und Unterhaltungskünstler, die von Ort zu Ort zogen und neben der Musik häufig auch Akrobatik, Erzählkunst und Possenspiel darboten. Die heutige Bedeutung des Wortes — der Artist, der mit Bällen wirft — hat sich aus diesem breiteren Tätigkeitsfeld entwickelt.

Zu unterscheiden ist der Jongleur vom Troubadour und Trouvère, die als Dichter-Komponisten galten und häufig höherem Stand angehörten. Die Jongleurs führten deren Lieder auf, trugen sie weiter und ergänzten sie durch eigene Musik. Die Abgrenzung zwischen den Gruppen ist in der Forschung allerdings nicht in allen Einzelheiten geklärt, und die Bezeichnungen wurden nicht einheitlich gebraucht.

Der Begriff ist keine Vortragsanweisung, sondern eine Personenbezeichnung aus der Musikgeschichte.

Musikalische Verwendung

Die Musik der Spielleute wurde weitgehend mündlich überliefert und ist nur zu einem kleinen Teil notiert erhalten. Aus den wenigen Quellen lässt sich schließen, dass Tanzmusik, Liedbegleitung und Improvisation zu ihrem Repertoire gehörten; instrumentale Tanzformen wie die Estampie werden in diesen Zusammenhang gestellt. Wie genau diese Musik geklungen hat, ist in vielem Rekonstruktion.

Die Spielleute bildeten einen eigenen Stand mit eigenen Rechten und Pflichten, der sich im Lauf der Zeit in städtischen Musikerzünften organisierte.

Jongleure zogen im Mittelalter von Ort zu Ort und traten auf Märkten, Festen und an Höfen auf. Sie trugen Lieder vor, spielten Instrumente, erzählten Geschichten und zeigten Kunststücke. Oft verbreiteten sie die Lieder der Trobadors. Im Deutschen entspricht ihnen der Spielmann. Sie waren zumeist Berufsmusiker.

Spielpraxis

Wer Musik dieses Umfelds aufführt, arbeitet fast immer mit Rekonstruktionen. Informiere dich über die Quellenlage der jeweiligen Stücke und darüber, welche Teile überliefert und welche ergänzt sind. Improvisation gehört zum Stil; die erhaltenen Melodien sind eher Gerüst als vollständiger Text. Und wähle Instrumente und Besetzung mit Blick auf das, was für die Zeit belegt ist.