Nachhall
Kontinuierliche Reflexionen von Schallwellen in einem Raum, im Unterschied zum diskreten Echo.
Was es bedeutet
Der Nachhall entsteht, wenn Schallwellen in einem geschlossenen Raum von Wänden, Decke und Boden vielfach zurückgeworfen werden. Diese Reflexionen folgen so dicht aufeinander, dass wir sie nicht einzeln hören, sondern als ein Ausklingen des Tons. Nachdem die Schallquelle verstummt ist, klingt der Raum noch eine Weile nach.
Kennzeichnend ist die Nachhallzeit: die Zeit, in der der Schallpegel nach dem Verstummen der Quelle um 60 Dezibel abfällt. Sie hängt von Raumgröße, Form und den Materialien ab. Der amerikanische Physiker Wallace Clement Sabine entwickelte um 1900 die Grundlagen zu ihrer Berechnung.
Musikalische Verwendung
Ein Konzertsaal für Orchestermusik braucht einen Nachhall, der den Klang verbindet und warm macht, ohne ihn zu verwischen. Kirchen haben oft lange Nachhallzeiten, die Choralgesang und Orgel tragen, für schnelle Musik aber undeutlich sind. In der Studioproduktion wird der Nachhall künstlich mit Hallgeräten oder Software erzeugt.
Abzugrenzen ist der Nachhall vom Echo, bei dem eine einzelne Reflexion so spät eintrifft, dass wir sie als getrennte Wiederholung hören.
Spielpraxis
Passe dein Spiel dem Raum an: In halligen Räumen spiele oder singe deutlicher und etwas langsamer, in trockenen Räumen mit mehr Ausdruck im Klang. Höre den Raum beim Einspielen, bevor du Tempo und Artikulation festlegst.