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Theorie

Resonanz

Resonanz heißt: Ein klangfähiger Körper schwingt mit, wenn er von außen im Takt seines Eigentons oder eines Obertons angeregt wird. Ältere Texte sagen „Mittönen“. Der Gitarrenkorpus, der Klavierresonanzboden und die Saiten, die bei einem Ton von selbst mitklingen, sind Beispiele.

Bedingung
Anregung nahe dem Eigenton oder einem Oberton
Auch
Mitschwingen, Mittönen
Beispiel
leere A-Saite schwingt mit, wenn eine andere Saite a spielt
Nutzen
Korpus und Resonanzboden machen Saitenklang laut

Mitschwingen im Takt

Jeder schwingungsfähige Körper hat einen Eigenton. Wird er von außen im passenden Rhythmus angestoßen, schwingt er mit, selbst wenn der Anstoß schwach ist. Der Anstoß muss nur zum Eigenton oder zu einem seiner Teiltöne passen. Beim Kind auf der Schaukel ist es dasselbe: Wer im richtigen Takt schiebt, bringt es mit kleinen Stößen hoch.

Welche Saiten schwingen mit, wenn a erklingt?

a a e a

Ein angeschlagenes tiefes a (110 Hz) enthält die Teiltöne a, a, e, a, cis. Eine Saite oder ein Körper mit einem dieser Eigentöne schwingt mit; hier stehen das Grund-a, das a eine Oktave höher (markiert, 220 Hz), das e (330 Hz) und das a zwei Oktaven höher (440 Hz).

Welche Saiten klingen mit?

Die Tabelle zeigt die ersten Teiltöne eines a mit 110 Hz. Eine zweite Saite schwingt mit, wenn eine ihrer Frequenzen mit einem dieser Teiltöne zusammenfällt. Deshalb reagiert eine Oktav-Saite sofort und deutlich, die Quinten-Saite schwächer und eine Terz kaum, vor allem, weil sie in gleichstufiger Stimmung nicht genau trifft (vergleiche die Obertonreihe). Wird die Saite verstimmt, hört das Mitschwingen auf.

TeiltonFrequenz bei Grundton 110 HzTonSchwingt mit?
1110 Hzaja, gleicher Eigenton
2220 Hzaja, Oktave
3330 Hzeja, aber schwächer
4440 Hzaja, zwei Oktaven
5550 Hzcisnur schwach, gleichstufig weicht die Terz um 14 Cent ab

Korpus und Resonanzboden

Eine Saite allein ist leise, weil sie kaum Luft bewegt. Gitarrenkorpus, Geigenbauch und Klavierresonanzboden sind selbst schwingungsfähig und übernehmen die Schwingung der Saite über Steg oder Brücke. Weil sie größere Flächen bewegen, wird der Klang laut. Auch hier gilt Resonanz: Der Korpus hat Eigenfrequenzen, die manche Töne stärker verstärken als andere. Das macht einen Teil des Charakters jedes Instruments aus.

Selbst ausprobieren: Halte bei einem Klavier die Taste a eine Oktave höher lautlos nieder und spiele kräftig und kurz das tiefe a. Die Saite der niedergedrückten Taste klingt hörbar mit, weil ihr Dämpfer abgehoben ist.

Häufige Fehler

  • Resonanz mit Nachhall verwechseln: Nachhall ist Reflexion im Raum, Resonanz das Mitschwingen eines Körpers.
  • Annehmen, jede Saite schwinge mit: Nur passende Frequenzen regen sie an.
  • Resonanz für Lautstärke halten: Sie verstärkt bestimmte Frequenzen stärker als andere.