Zum Inhalt springen
Theorie

Welle

Schwingungsausbreitung in der Akustik.

Was es bedeutet

Eine Welle ist die Ausbreitung einer Schwingung durch ein Medium. Beim Schall ist dieses Medium in der Regel die Luft: Die Bewegung des schwingenden Körpers erzeugt abwechselnd Verdichtungen und Verdünnungen, die sich fortpflanzen. Die Luft selbst wandert dabei nicht mit — nur der Zustand wird weitergegeben, wie bei den Ringen auf einer Wasserfläche.

Musikalische Verwendung

Mehrere Größen sind praktisch bedeutsam. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit in Luft beträgt rund 340 Meter je Sekunde und hängt von der Temperatur ab; daraus erklärt sich, warum in großen Räumen der Klang eines entfernt sitzenden Ensembleteils merklich später ankommt — ein Grund, warum in weiten Aufstellungen nach dem Dirigenten und nicht nach dem Gehör gespielt werden muss.

Die Wellenlänge verhält sich umgekehrt zur Frequenz: Tiefe Töne haben lange Wellen, hohe kurze. Daraus folgt ihr verschiedenes Verhalten im Raum. Lange Wellen umlaufen Hindernisse und dringen durch Wände, weshalb aus einem Nachbarraum vor allem die Bässe zu hören sind; kurze Wellen werden stärker gerichtet und leichter absorbiert, weshalb hohe Töne in einer bestimmten Richtung klarer klingen und von Publikum und Vorhängen gedämpft werden.

Hinzu kommen Reflexion und Überlagerung. Reflexionen an Wänden erzeugen den Nachhall; überlagern sich Wellen, können sie sich verstärken oder auslöschen, was in Räumen zu ungleichmäßiger Verteilung führt. Auch die Schwebung zweier fast gleicher Töne ist eine solche Überlagerung.

Schall breitet sich in Luft als Längswelle aus: Die Luftteilchen schwingen in Ausbreitungsrichtung hin und her und erzeugen Verdichtungen und Verdünnungen. Die Geschwindigkeit beträgt bei Raumtemperatur etwa 343 Meter pro Sekunde. Auf Saiten entstehen dagegen Querwellen, deren Überlagerung stehende Wellen mit festen Knoten bildet. ## Spielpraxis

Stelle dich auf den Raum ein: In halligen Räumen deutlicher artikulieren und etwas ruhiger nehmen, in trockenen mehr Tragfähigkeit aufbringen. In großen Aufstellungen richte dich nach dem Schlag, nicht nach dem, was du hörst. Und prüfe die Balance aus dem Saal — am eigenen Platz klingt sie anders als beim Publikum.