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Moderne

Neue Einfachheit

Kompositionshaltung der Neuen Musik seit den 1970ern, die emotionale Verständlichkeit und traditionelle Elemente betont.

Was es bedeutet

Die Neue Einfachheit ist eine Haltung in der Neuen Musik, die seit den 1970er Jahren vor allem in Deutschland aufkam. Sie wandte sich gegen die als abstrakt und verkopft empfundene Komplexität der Avantgarde nach 1945 und suchte stattdessen Verständlichkeit, unmittelbaren Ausdruck und eine Rückkehr zu traditionellen Elementen wie Melodie, Konsonanz und klaren Formen.

Musikalische Verwendung

Zu den Komponisten, die man mit dieser Richtung verbindet, zählen unter anderem Wolfgang Rihm, Manfred Trojahn und Wolfgang von Schweinitz. Verwandt ist der Begriff der Neuen Innerlichkeit. Einfachheit bedeutet hier nicht schlichte Musik, sondern Verständlichkeit der Sprache und Emotionalität; die Kompositionen können durchaus anspruchsvoll bleiben.

Abzugrenzen ist die Neue Einfachheit von der Minimal Music, die mit Wiederholung und schrittweiser Veränderung arbeitet, und von der seriellen Musik, die sie gerade kritisierte. Auch der Neoklassizismus der 1920er Jahre verfolgte andere Ziele.

Spielpraxis

Wenn du solche Werke spielst, hör auf den emotionalen Verlauf: Melodische Linien und tonale Anklänge sollten deutlich gestaltet werden. Vermeide, sie als bloße Rückkehr zur Romantik zu spielen, denn die Harmonik bricht oft die Erwartung.