Zum Inhalt springen
Artikulation

Non legato

Weder gebunden noch gestoßen — Töne leicht voneinander getrennt.

Was es bedeutet

Non legato heißt „nicht gebunden" und bezeichnet eine Spielweise, bei der die Töne leicht voneinander getrennt sind, ohne kurz zu werden. Jeder Ton endet ein wenig vor dem nächsten, sodass eine kleine Lücke entsteht — hörbar, aber nicht als Pause.

Damit liegt die Angabe zwischen legato und staccato. Gegenüber dem gebundenen Spiel fehlt die durchgehende Linie; gegenüber dem gestoßenen fehlt die deutliche Verkürzung. Nah verwandt sind portato und mezzo staccato, die eine ähnliche mittlere Artikulation meinen, dabei aber einen getrageneren Charakter haben und unter einem Bogen notiert werden.

In mancher Unterrichtsliteratur gilt non legato als die neutrale Grundform des Anschlags, von der aus gebundenes und gestoßenes Spiel als Abweichungen entwickelt werden.

Im Notenbild

Die Angabe steht als Wort über dem System und gilt für den bezeichneten Abschnitt. Ein eigenes Zeichen gibt es nicht — das Fehlen von Bögen und Punkten allein besagt nicht, dass non legato gemeint ist, denn in vielen Zusammenhängen ist die Artikulation dann dem Ausführenden überlassen oder ergibt sich aus dem Stil.

Musikalische Verwendung

Verwendet wird die Spielweise dort, wo Klarheit gefragt ist, ohne dass die Musik kurzatmig wirken soll: in polyphonen Sätzen, in denen die Stimmführung hörbar bleiben muss, in Läufen, die sonst verwischen, und in Begleitfiguren, die Kontur behalten sollen. In der Klavierliteratur ist sie zudem ein häufiges Mittel, um in tiefer Lage Deutlichkeit zu erreichen.

Bei Bach ist es oft die Grundartikulation. Die Töne werden leicht getrennt, aber nicht so kurz wie im Staccato gespielt. ## Spielpraxis

Verkürze die Töne nur so weit, dass eine Lücke entsteht, ohne dass sie als Pause gehört wird — etwa auf drei Viertel ihres Werts. Halte die Lücken gleichmäßig; ungleiche Trennung wirkt unruhig. Am Klavier achte darauf, dass das Pedal die Trennung nicht aufhebt. Und behalte die Linie im Ohr: Auch getrennte Töne sollen zu einer Phrase gehören.