Offen
Orgelregister, dessen Pfeifen oben nicht verschlossen sind – Gegensatz: gedackt.
Was es bedeutet
Offen (lateinisch apertus) heißt jedes Orgelregister, dessen Pfeifen am oberen Ende nicht verschlossen sind. Das Gegenstück sind die gedackten Register, deren Pfeifen oben mit einem Deckel geschlossen sind. Der Unterschied bestimmt Klang und Tonhöhe der Pfeife.
Eine offene Pfeife der Länge L klingt eine Oktave höher als eine gedackte Pfeife derselben Länge. Außerdem enthält ihr Klang alle Obertöne der Reihe, während die gedackte vor allem die ungeraden Obertöne hervorbringt.
Musikalische Verwendung
Offene Register sind die Grundlage des Orgelklanges: Die Prinzipale, das Rückgrat jeder Orgel, sind offen gebaut und klingen hell, klar und tragend. Auch viele Flöten sind offen. Gedackte Register wie Gedackt oder Bourdon klingen weicher, dunkler und werden oft für Begleitung oder Solostimmen eingesetzt.
Abzugrenzen ist offen von gedackt und halbgedackt: Bei der halbgedackten Pfeife ist der Deckel mit einer Röhre versehen, was den Klang zwischen beiden Bauarten legt.
Spielpraxis
Beim Registrieren kombinierst du offene und gedackte Stimmen für unterschiedliche Klangfarben. Offene Register liefern Glanz und Klarheit, gedackte Wärme; höre dir die Mischung im Raum an und passe sie an.