Orchestrion
Mechanisches Musikinstrument, das mit Zungenstimmen und Aufsätzen den Klang eines Orchesters nachahmt.
Was es bedeutet
Ein Orchestrion ist ein mechanisches Musikinstrument, das den Klang eines Orchesters nachahmen soll. Es verbindet Orgelpfeifen und Zungenstimmen mit Schlagwerk wie Trommel, Becken und Triangel und wird von einer Stiftwalze oder später von Lochbändern und Notenrollen gesteuert. Ein Mechanismus, oft mit Gewichten oder Federn, treibt es an.
Musikalische Verwendung
Im frühen 19. Jahrhundert entstanden solche Instrumente, etwa Johann Nepomuk Mälzels „Panharmonicon“ um 1805, für das Beethoven ursprünglich „Wellingtons Sieg“ komponierte. Im Schwarzwald wurde das Orchestrion zu einem eigenen Gewerbe, unter anderem von der Firma Welte. Sie standen in Gaststätten und Salons. Mit Schallplatte und Grammophon im frühen 20. Jahrhundert verloren sie an Bedeutung.
Abzugrenzen ist das Orchestrion von der Drehorgel, die kleiner ist und von Hand betrieben wird, und von der Spieldose, die nur wenige Töne mit kleinen Metallzungen erzeugt.
Spielpraxis
Wenn du ein Orchestrion hörst, achte auf die Verbindung von Pfeifen, Zungen und Schlagwerk: Sie zeigt, wie man ein ganzes Orchester mit einer Maschine nachahmte. Historische Instrumente verlangen behutsame Pflege und Wartung.