Proprium missae
Nach dem Kirchenjahr wechselnde Gesänge der Messe.
Was es bedeutet
Das Proprium missae umfasst die Teile der katholischen Messe, deren Texte und Gesänge je nach Festtag oder Zeit im Kirchenjahr wechseln. Dazu gehören der Introitus (Eröffnungsgesang), das Graduale, das Alleluia oder der Tractus, das Offertorium (Gabenbereitung) und die Communio (Kommunion). Im Gegensatz dazu stehen die gleichbleibenden Teile des Ordinariums, wie Kyrie und Gloria.
Musikalische Verwendung
Im gregorianischen Choral sind die Propriumsgesänge ein Kernbestand: Für jeden Sonn- und Festtag gibt es eigene Melodien und Texte, meist aus den Psalmen. Mehrstimmig vertonte Heinrich Isaac das Proprium im „Choralis Constantinus“ (um 1508–1517), William Byrd in seinen „Gradualia“ (1605/1607). Später wurden meist nur die Ordinariumsteile vertont, weil sie in jeder Messe wiederkehren.
Abzugrenzen ist das Proprium vom Ordinarium, dessen fünf Teile immer gleich sind, und vom Requiem, das ein eigenes Proprium mit eigenen Gesängen für die Totenmesse besitzt.
Spielpraxis
Wenn du Propriumsgesänge singst, informiere dich über den Festtag, denn Text und Melodie gehören zum Tag. Beachte die wechselnden Stimmungen im Kirchenjahr, von Advent bis Ostern, und gestalte den Klang entsprechend.