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Stimme

Quintus

Fünfte Stimme mehrstimmiger Vokalkompositionen des 16. Jahrhunderts, je nach Werk als Sopran-, Alt-, Tenor- oder Bassstimme besetzt.

Was es bedeutet

Quintus (lateinisch „der Fünfte“) bezeichnet die fünfte Stimme in mehrstimmigen Vokalkompositionen des 16. Jahrhunderts. Die Stimmen wurden damals in getrennten Stimmbüchern gedruckt, die nach Stimmtyp benannt waren: Cantus, Altus, Tenor, Bassus, und bei fünfstimmigen Werken zusätzlich Quintus. Er wurde je nach Werk als Sopran-, Alt-, Tenor- oder Bassstimme besetzt.

Musikalische Verwendung

Bei fünfstimmigen Motetten, Messen und Madrigalen der Renaissance verdoppelte der Quintus oft eine der Grundstimmen und bereicherte den Satz. Bei sechsstimmigen Werken kam ein Sextus hinzu. Das Stimmbuchsystem erklärt, warum ältere Ausgaben kein Partiturbild haben: Jeder Sänger sang aus seinem eigenen Buch.

Abzugrenzen ist der Quintus von den vier Grundstimmen Cantus, Altus, Tenor und Bassus und vom Vagans, einer beweglichen zusätzlichen Stimme, die ihre Lage wechselt.

Spielpraxis

Wenn du den Quintus singst, klär zuerst seine Lage: Er kann hoch oder tief liegen. Hör auf die anderen Stimmen, denn er füllt den Satz auf und muss sich in den Zusammenklang einfügen.