Sarangi
Nordindisches und pakistanisches Streichinstrument mit Melodie- und zahlreichen Resonanzsaiten.
Was es bedeutet
Die Sarangi ist ein kurzhalsiges Streichinstrument aus Nordindien und Pakistan. Ihr Korpus wird aus einem einzigen Holzblock geschnitzt, mit Fell bespannt und trägt neben wenigen Melodiesaiten eine große Zahl mitschwingender Resonanzsaiten.
Gespielt wird sie nicht mit den Fingerspitzen auf den Saiten, sondern mit den Fingernägeln beziehungsweise den seitlichen Nagelrändern, die entlang der Saiten gleiten, statt sie fest niederzudrücken.
Im Notenbild
Die Sarangi wird in der klassischen indischen Musik in der Regel nicht aus Notenschrift, sondern nach mündlich überlieferten Ragas gespielt; feste westliche Notation spielt für ihr Repertoire kaum eine Rolle.
Musikalische Verwendung
Traditionell diente die Sarangi vor allem der Begleitung von Gesang, besonders der klassischen Khyal- und Thumri-Gesangsstile Nordindiens, da ihr Klang dem der menschlichen Stimme als besonders nahe gilt und Gleittöne, Verzierungen und mikrotonale Übergänge unmittelbar nachvollziehen kann. Seit dem 20. Jahrhundert wird sie zunehmend auch als Soloinstrument im Konzertsaal eingesetzt.
Die zahlreichen Resonanzsaiten schwingen mit den gestrichenen Melodietönen mit und erzeugen einen dichten, obertonreichen Klangteppich, ohne selbst gestrichen zu werden.
Abzugrenzen ist die Sarangi vom Esraj und vom Dilruba, verwandten nordindischen Streichinstrumenten mit Bünden und schlankerem Korpus, die technisch einfacher, aber klanglich weniger nuanciert sind.
Spielpraxis
Übe zunächst das gleichmäßige Führen des Bogens über mehrere Saiten gleichzeitig, da die Sarangi kein Griffbrett im westlichen Sinn besitzt. Höre bewusst auf das Mitschwingen der Resonanzsaiten und nutze es, statt es zu unterdrücken.