Sardana
Katalanischer Reigentanz.
Was es bedeutet
Die Sardana ist ein katalanischer Reigentanz: Die Tänzerinnen und Tänzer bilden einen oder mehrere Kreise, fassen sich an den Händen und bewegen sich mit kleinen, genau gezählten Schritten seitwärts.
Über den reinen Volkstanz hinaus gilt die Sardana in Katalonien als kulturelles Symbol, das während der Franco-Diktatur zeitweise unterdrückt wurde und seither erst recht mit katalanischer Identität verbunden ist.
Musikalische Verwendung
Begleitet wird die Sardana von der Cobla, einem festen katalanischen Blasensemble aus Holz- und Blechbläsern mit charakteristischer Doppelrohrblatt-Tenora und kleiner Trommel. Die Musik gliedert sich in kurze und lange Phrasen (curts und llargs), deren genaue Schrittzahl die Tänzer im Kreis mitzählen müssen, um am Ende jeder Phrase wieder synchron zu sein.
Historisch entwickelte sich die heutige Form im 19. Jahrhundert aus älteren katalanischen Reigentänzen, wurde durch Komponisten wie Pep Ventura systematisiert und im 20. Jahrhundert zum offiziellen Nationaltanz Kataloniens erklärt.
Abzugrenzen ist die Sardana von anderen europäischen Reigentänzen wie der Farandole, die zwar ebenfalls im Kreis oder in der Kette getanzt wird, aber ohne das feste Zählschema von curts und llargs auskommt.
Spielpraxis
Wenn du eine Sardana begleitest, achte auf die klare rhythmische Trennung zwischen den kurzen und den langen Phrasen, da die Tänzer sich daran orientieren. Halte das Tempo über die gesamte Aufführung stabil, damit der Kreis synchron bleibt.