Scheitholt
Altes deutsches Zupfinstrument mit rechteckigem Korpus, Vorläufer der Kratzzither.
Was es bedeutet
Das Scheitholt ist ein altes deutsches Zupfinstrument mit langgestrecktem, meist rechteckigem Korpus, der einem Brett ähnelt. Über ein Griffbrett auf der Oberseite läuft in der Regel eine Melodiesaite, die mit den Fingern niedergedrückt wird, begleitet von mehreren mitschwingenden Bordunsaiten.
Der Name leitet sich von seiner ursprünglichen Bauweise aus einem gespaltenen Holzscheit ab, aus dem Korpus und Decke gemeinsam gefertigt wurden.
Musikalische Verwendung
Das Scheitholt war vor allem in Norddeutschland als einfaches Volksmusikinstrument verbreitet, mit dem Bordunbegleitung zu Liedern und Tänzen gespielt wurde. Gespielt wurde es meist auf dem Schoß oder liegend auf einem Tisch, wobei die rechte Hand zupfte oder mit einem Plektron anschlug, während die linke Hand die Melodiesaite am Griffbrett verkürzte.
Als Vorläufer gilt das Scheitholt der später entwickelten Kratzzither, die aus ihm hervorging und ihrerseits im 19. Jahrhundert weiterverbreitet wurde; auch mit dem nordamerikanischen Appalachian Dulcimer, das von deutschen Auswanderern mitgebracht und weiterentwickelt wurde, ist es eng verwandt.
Abzugrenzen ist das Scheitholt vom Hackbrett, das ebenfalls Saiten über einem Resonanzkörper besitzt, diese aber mit Schlägeln statt durch Griffverkürzung anschlägt, sowie von mehrsaitigen konzertanten Zithern mit eigenständigem Melodie- und Begleitsaitenfeld.
Spielpraxis
Lege das Scheitholt beim Spielen flach vor dich, damit beide Hände frei arbeiten können. Übe zunächst das gleichmäßige Mitklingen der Bordunsaiten, bevor du dich auf die Melodieführung am Griffbrett konzentrierst, da beide Klangebenen gleichzeitig bestehen bleiben müssen.