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Instrument

Schiffsglocke

Bronzeglocke an Bord eines Schiffes, gelegentlich als Klangerzeuger in der Orchestermusik (z.B. Britten).

Was es bedeutet

Die Schiffsglocke ist eine kleine bis mittelgroße Bronzeglocke, die an Bord zur Zeitangabe und als Signal dient. Sie wird mit einem Klöppel angeschlagen, der an einer kurzen Leine geführt wird. Ihr Klang ist hell, klar und weit tragend, mit einem deutlich hörbaren Anschlagton und langem Nachklang. Im Orchester zählt sie zu den Schlaginstrumenten mit bestimmbarer, aber nicht frei wählbarer Tonhöhe: Man nimmt die Glocke, die man hat, und die Partitur gibt allenfalls eine ungefähre Lage an.

Im Notenbild

Notiert wird sie in der Schlagzeugzeile, oft mit einer Wortangabe statt einer genauen Tonhöhe, weil das verfügbare Instrument den Ton bestimmt. Rhythmische Figuren werden genau ausgeschrieben, besonders wenn ein Signalcharakter gemeint ist. Ein Haltebogen oder laissez vibrer zeigt an, dass der Klang ausschwingen soll.

Musikalische Verwendung

In der Musik dient die Schiffsglocke fast immer der Bezeichnung eines Ortes oder einer Situation: Sie ruft die Vorstellung von Schiff, Hafen und Meer auf, ähnlich wie Amboss oder Kuhglocke auf andere Zusammenhänge verweisen. Komponisten des 20. Jahrhunderts setzen sie in Opern und Bühnenmusiken ein, wenn der Schauplatz mit Seefahrt zu tun hat. Musikalisch wirkt sie wie ein Signal: Ihr Klang steht außerhalb des Orchestersatzes und unterbricht ihn eher, als dass er sich einfügt — genau darin liegt ihre Wirkung.

Spielpraxis

Schlage mit dem Klöppel oder einem passenden Schlägel den Rand an, nicht die Mitte, und lass die Glocke frei hängen, damit sie schwingen kann. Prüfe vor der Aufführung, ob die Tonhöhe zu den umgebenden Harmonien passt; ist der Ton störend, kann eine andere Glocke die bessere Lösung sein, wenn die Partitur keine feste Höhe vorschreibt. Dämpfe mit der Hand am Rand, wenn der Nachklang nicht in den nächsten Abschnitt hineinreichen soll. Achte auf die Aufhängung, denn Kontakt zum Gestell erzeugt Nebengeräusche.

Glocken sehr lange nachklingen und der Klang eine unbestimmte, aber deutlich hörbare Tonhöhe hat: Prüfe vor der Aufführung, ob sie zu den umgebenden Harmonien passt, und wähle gegebenenfalls ein anderes Instrument, sofern die Partitur keine Höhe vorschreibt. Plane das Dämpfen rhythmisch genau ein. Bei szenischer Verwendung kläre die Position, weil der Klang aus der Kulisse anders wirkt als aus dem Graben.