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Harmonik

Septimenparallelen

Fortschreitung zweier Stimmen im gleichbleibenden Abstand einer Septime.

Was es bedeutet

Septimenparallelen entstehen, wenn sich zwei Stimmen eines mehrstimmigen Satzes gemeinsam in dieselbe Richtung bewegen und dabei durchgehend im Abstand einer Septime zueinander bleiben.

Da die Septime ein dissonantes Intervall ist, wirkt eine solche Parallelführung im klassischen tonalen Satz besonders auffällig und wurde in der traditionellen Satzlehre in der Regel als Fehler betrachtet.

Musikalische Verwendung

Anders als bei Quint- oder Oktavparallelen, deren Vermeidung vor allem mit dem Verlust der Selbständigkeit der Stimmen begründet wird, stört bei Septimenparallelen zusätzlich, dass die durchgehende Dissonanz nie im herkömmlichen Sinn aufgelöst wird, sondern als fortlaufende Spannung ohne Fortgang bestehen bleibt.

In freierer, insbesondere impressionistischer oder jazzharmonischer Musik werden Septimenparallelen dagegen gezielt als Klangfarbenmittel eingesetzt, etwa wenn ganze Akkordblöcke einschließlich ihrer Septimen parallel durch eine Melodie geführt werden, um einen modernen, „schwebenden“ Klangeindruck zu erzeugen.

Abzugrenzen sind Septimenparallelen von Quint- und Oktavparallelen, den klassischen Grundfällen verbotener Parallelführung, sowie von der bloßen Verwendung einzelner Septakkorde, bei der die Septime nicht durchgehend parallel geführt, sondern innerhalb eines einzelnen Akkords verwendet wird.

Spielpraxis

Höre bei mehrstimmigem Satz gezielt darauf, ob zwei Stimmen über mehrere Töne hinweg im gleichbleibenden Septimabstand parallel geführt werden, um diesen Effekt bewusst zu erkennen. Setze Septimenparallelen, wenn du sie kompositorisch nutzt, gezielt für einen bestimmten Klangfarbeneffekt ein, statt sie unbewusst entstehen zu lassen.