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Vokal

Sequenz (Liturgie)

Hymnusartiger Gesang der lateinischen Messe im Anschluss an das Halleluja, meist mit paarweise gebauten Versen, z. B. „Dies irae“.

Was es bedeutet

Die Sequenz ist ein hymnusartiger liturgischer Gesang der lateinischen Messe, der unmittelbar auf das Halleluja folgt und diesem einen inhaltlich und musikalisch ausgestalteten Anschluss gibt.

Charakteristisch für viele Sequenzen ist ihr Aufbau aus paarweise angeordneten Versen, bei denen jeweils zwei Strophen dieselbe Melodie teilen, bevor die nächste Melodie für das nächste Verspaar folgt.

Musikalische Verwendung

Historisch entwickelte sich die Sequenz im frühen Mittelalter aus textierten Erweiterungen des Halleluja-Jubilus und wurde im Lauf der Zeit zu einer eigenständigen liturgischen Gattung mit eigenem Text und eigener Melodie, die zu bestimmten Anlässen des Kirchenjahres gesungen wurde.

Das Konzil von Trient reduzierte im 16. Jahrhundert die zahlreichen mittelalterlichen Sequenzen auf wenige, bis heute im römischen Ritus gebräuchliche Stücke, darunter das Dies irae für die Totenmesse, das Victimae paschali laudes für Ostern und das Veni Sancte Spiritus für Pfingsten.

Abzugrenzen ist die Sequenz von der Motette und dem Choral im weiteren Sinn, die andere liturgische Funktionen erfüllen, sowie vom Hymnus, der zwar ebenfalls strophisch aufgebaut ist, aber keine feste Bindung an die Stelle nach dem Halleluja hat.

Spielpraxis

Achte beim Singen einer Sequenz auf die paarweise Melodiewiederholung, damit die Struktur der Verspaare für Hörende deutlich hörbar bleibt. Gestalte den Vortrag getragen und textbezogen, entsprechend dem ernsten oder festlichen liturgischen Anlass der jeweiligen Sequenz.