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Instrument

Sesquialtera

Orgelregister aus Quinte und Terz.

Was es bedeutet

Die Sesquialtera ist ein zusammengesetztes Orgelregister, das üblicherweise aus zwei Reihen von Pfeifen besteht: einer Quinte (meist 2⅔ Fuß) und einer Terz (meist 1⅗ Fuß), die zusammen erklingen, sobald ein Ton gegriffen wird.

Der Name stammt aus der lateinischen Bezeichnung für das Verhältnis 3:2, das ursprünglich die Quinte in dieser Registerkombination beschrieb.

Musikalische Verwendung

Durch das gleichzeitige Erklingen von Quinte und Terz zu einem Grundton entsteht klanglich der Eindruck eines vollständigen Durdreiklangs, was der Sesquialtera einen charakteristisch hellen, obertonreichen und leicht schnarrenden Klangcharakter verleiht.

In der norddeutschen und mitteldeutschen Orgelbautradition des 17. und 18. Jahrhunderts war die Sesquialtera ein häufig verwendetes Solo- und Zungenstimmen-Ergänzungsregister, etwa für Choralbearbeitungen, bei denen eine Melodiestimme klanglich hervortreten soll.

Abzugrenzen ist die Sesquialtera von der Mixtur, die aus deutlich mehr Reihen mit wechselnder Zusammensetzung über den Tonumfang besteht, sowie von einfachen Aliquotregistern wie der reinen Quinte, die nur eine einzelne Obertonreihe ohne die charakteristische Terz-Beimischung liefern.

Spielpraxis

Setze die Sesquialtera bewusst dort ein, wo eine Melodiestimme klanglich hervorstechen soll, etwa in einem Choralvorspiel, statt sie im vollen Werk unterzumischen. Kombiniere sie sparsam mit anderen Registern, da ihr markanter Klang schnell dominant wirken kann.